My KISS for you
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Manchmal merkst du innerhalb von fünf Minuten, dass du im falschen Film bist.
Ich meine damit nicht den letzten Blockbuster im Kino.
Was ich meine, sind die Situationen, in denen du auf eine Person triffst und dein Bauch dir sagt: „Renn! Schnell! Weit!“ oder du sitzt in einem Raum, Menschen reden und dein Körper signalisiert dir: „Och nö ganz komische Energie.“
So saß ich diese Woche in der Mutter-Kind-Kur im Kursraum.
Thema: Stressmanagement.
Und während vorne der Stresskreislauf erklärt wurden, dachte ich: Das habe ich vor acht Jahren selbst unterrichtet.
Hallo mein Herz,
die erste volle Woche bei der MuKiKu, wie ich die Mutter-Kind-Kur nenne, ist vorbei.
Wir haben Halbzeit und am liebsten würde ich das Spiel abbrechen.
Heute teile ich mit dir, weshalb.
Los geht’s.
Mein Wochenhighlight
Yeah! Endlich Montag.
Ich saß in einer Gruppentherapie.
Thema: Stressbewältigung.
Säbelzahntigermoment.
Was passiert im Körper?
Was ist nach dem Stressmoment?
Ich schmunzlte in mich hinein.
Vor acht Jahren habe ich genau diesen Kurs selbst an der VHS unterrichtet.
Damals, als frisch gebackene Entspannungstrainerin, habe ich Progressive Muskelentspannung und autogenes Training ausgebildet.
Der Stresskreislauf war immer die erste Unterrichtseinheit.
Ich kenne Atemtechniken, Körperreisen, Nervensystem-Arbeit.
Ich weiß, wie der Hase läuft.
Doch ich genieße die Auffrischung.
Grundlagenunterricht als Erinnerung kann nicht schaden.
Noch mehr brauche ich die Praxisstunden „Entspannung“und Zeit für mich.
Doch beim Blick auf meinen weiteren Therapieplan begann mein inneres Augenrollen.
Ich habe im Vorfeld zwei Mal deutlich formuliert, wo meine Themen liegen, was meine Ziele in der Kur sind und wobei ich Hilfe brauche.
Und trotzdem lande ich im Standardprogramm.
Kurse wie „Leben mit Kindern“ oder „Umgang mit Medien“ habe ich bewusst abgewählt.
Mit Sicherheit würde ich auch da was mitnehmen, doch ich habe keine Probleme mit unseren Kindern und meinen Umgang mit Medien schätze ich als gesund ein.
Ich will gezielt arbeiten und brauche keine Beschäftigungstherapie.
Am Dienstag hatte ich als ersten Termin mein 1:1 mit der Psycho-Stelle.
Ich sagte erneut ganz deutlich, dass ich bestimmte Gruppen verlassen möchte.
Beim Sortieren meiner Situation merkte mein Gegenüber, dass ich mich nicht drücken will, sondern aufgeräumt bin.
„Da wäre Ihre Energie tatsächlich falsch investiert.“
Sie nahm mich raus und ich hatte, was ich brauchte: Zeit für mich allein.
Am Dienstagabend kam dann der Supergau: Noah übergab sich am Abend.
„Sie haben damit 48 Stunden Isolation gewonnen. Die Bettwäsche bringe ich gleich rum.“
In dem Moment hätte ich kotzen können, denn ich wusste, dass sich der Bär einfach nur überfressen hatte.
Ja, Verdacht auf Magen-Darm. Verstehe ich.
Keine Einzelfallprüfung.
Mittwoch und Donnerstag keine Therapien, keine Kita, doch dafür Freigang.
Am Nachmittag, kurz vor Quarantäneende, rief ich proaktiv in der Medizin an uns sagte, dass ich Freitag wieder am Therapiestart sein werde und dass sie sich abends bitte nicht nochmal melden sollen, weil Noah um 19 Uhr schläft.
20 Uhr klingelt das Telefon.
Meine Halsschlagader pocht.
Immerhin konnten wir schon in der Früh nicht ausschlafen und wurden am Tag zuvor auch beim Mittagsschlaf gestört.
Was stimmt denn hier nicht – mal abgesehen, von der internen Kommunikation!?
H&M ist selten ‚perfect fit‚
Bei meiner ersten Therapie hatte ich alle Kurse mitgemacht.
Erstmal gucken, was das ist.
Hat gepasst.
7 Jahre später wusste ich es schon besser, habe aber den „Klappe zu“-Modus gewählt.
Obwohl mir schon bewusst war, welche Therapie gut für mich gewesen wäre, habe ich nichts gesagt.
Schön blöd!‘, dachte ich mir danach und ärgerte mich über mich selbst.
Auch dieses Mal könnte ich einfach die Kurse über mich ergehen lassen.
Drei Wochen durchziehen.
Alles brav mitmachen und Energie sparen, indem ich mich nicht reibe.
Dafür aber hinterher schlechte Laune haben, weil ich die mir gesteckten Ziele nicht erreiche.
Viele machen das so, ob nun im Job oder im Familienalltag.
Menschen verschwenden ihre Lebenszeit in Meetings, die nichts mit ihren Zielen zu tun haben.
Übernehmen Aufgaben, die nie bewusst verteilt wurden, aber eine:r muss sie ja machen.
Oder durchlaufen Programme, die für die Masse gedacht sind.
Standardprogramme sind bequem für Systeme.
Sie sind die H&M-Mode, die mehr oder weniger bis zur dritten Wäsche passt.
Aber am Ende ist nur maßgeschneidert der „perfect fit“.
Und darum geht es mir am Ende.
Selbstführung geht am besten, wenn man sich selbst kennt.
Das ist nicht das pauschale Nein oder Ja, sondern die bewusste Entscheidung, woher die Energie kommt und wohin sie fließt.
Stresstest
Ich habe gemerkt, dass mich nicht die Kurse an sich stören.
Auch nicht unbedingt der Therapieplan.
Mit beidem bin ich chillig.
Aber was mich richtig hart stresst, ist: wenn ich meine Bedürfnisse kommuniziere und trotzdem 0815-H&M-Programm bekomme.
Passiert übrigens ganz vielen Menschen.
Sie denken mit, planen voraus, sagen, was sie wollen, und geben es irgendwann auf, weil sie das Gefühl haben, dass ihnen eh keiner zuhört.
Angepasstes Aufgeben mag sich kurzfristig harmonischer anfühlen, aber langfristig kostet es viel mehr Energie, als der permanente Widerstand gegen ignorante Menschen und Systeme.
Und wenn Reden nicht hilft, dann hilft Gehen als Energiesparmaßnahme
Mein Impuls für dich
Wenn dir dein Bauch sagt, die Veranstaltung passt für dich nicht, dann steh auf und geh!
Warte nicht bis zur Pause und darauf, ob es nicht doch noch besser wird.
Wird es meist nicht.
Du verschwendest nur Lebenszeit.
Wenn du das Gefühl hast „irgendwas stimmt hier nicht“, dann kannst du warten, bis dein Verstand die Gründe liefert, oder du vertraust deinem Bauch und siehst zu, dass du Land gewinnst.
Klar, giltest du bei manchen Menschen als „unhöflich“ oder „respektlos“.
Vielleicht sagen sie sogar „Sie/Er schon wieder!“
Reibung ist das Preisschild für Wachstum.
Dafür wurde der „Ignore-Modus“ erfunden.
Einfach einschalten und weiter geht’s.
Wenn du weißt, was für dich gut ist, dann tue es.
Schwimme nicht, wie ein toter Fisch mit dem Strom, weil du das unbewusste Muster „das macht man aber nicht“ laufen hast.
Durchbrich es!
Das bist du dir und deinem genialen Leben schuldig.
Was sonst noch so los war
Nach zwei Tagen Isolation durfte der Milchmann wieder in die Kita.
Ich nahm endlich auf der Matte Platz und scannte meinen Körper.
Spürte den Boden unter meinem Rücken.
Hörte die ruhige Stimme der Therapeutin.
Zumindest solange, bis es neben mir schnarchte und ich wieder in mich reinschmunzelte.
Schön mal auf der anderen Seite zu sein.
Kein Anleiten, Wachhalten, Mitdenken oder Verantwortung für einen Kurs.
Nur Verantwortung für meine Zielerreichung und mich.
Herrlich. Das tat so gut.
Außerdem war meine Zeitlinie defekt.
Mittwoch fühlte sich wie Samstag an, weil der Milchmann und ich frei hatten.
Donnerstag fühlte sich in der ersten Tageshälfte wie Sonntag an und als dann Mr. Magic kam, war es sofort FREUtag.
Dabei war erst einen Tag später Freitag.
Da war ich mit meiner Bewegungstherapiegruppe zum Walken im Wald und wir haben eine Herde Rehe gesehen.
Davon waren 4 Tiere schneeweiß und wunderschön.
Und dann stand das Wochenende vor der Tür und mit ihm Tante Annika und unsere Freundin Veri.
Wir gingen trotz grauem Himmel spazieren, und klönschnackten bei Kaffee und Kuchen.
Besser geht nicht.
Aufgrund der Magen-Darm-Thematik, die sich hier weiter ausbreitet in Kombination mit Personalengpässen, habe ich Sorge, dass sie mir den kleinen Bären demnächst aus dem Verkehr ziehen und uns wieder in Familiengewahrsam nehmen.
Ich werde dir nächste Woche berichten.
Lass es dir gut gehen, denn du weißt ja, was du dafür brauchst.
Deine Marion Glück
P.S.
Heute bekam ich meinen neuen Therapieplan.
Rate, was sie mir wieder eingeplant haben?
Ganz genau!
Gruppen, die ich nicht machen wollte, aber davon erzähle ich dir nächste Woche.
Impulse von mir. Fü(h)r dich.
Gedanken, Fragen und Perspektiven für Führungskräfte.
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