My KISS for you
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Noch dreimal schlafen.
Da zähle ich noch heute wie früher vor Weihnachten.
Nur dass diesmal nicht der Weihnachtsmann kommt, sondern die Abreise von der Mutter-Kind-Kur vor der Tür steht.
Ich sitze hier zwischen gepackten Taschen im Kopf und noch nicht gepackten Taschen im Zimmer.
Wobei es sich bei den Taschen tatsächlich um die blauen Ikea-Einkaufstaschen mit dem klangvollen Namen „Frakta“ handelt.
Hallo mein Herz,
gefühlt hänge ich seit Silvester in der Zwischenwelt.
Mein Kalender zeigt seit 60 Tagen 2026, aber ich fühlte mich bisher noch nicht angekommen.
Als wäre ich in einem Zeittunnel stecken geblieben.
Das ändert sich gerade.
Es kommt Bewegung rein und mit ihr eine Erkenntnis, die mich immer wieder überrascht.
Mein Wochenhighlight
Ich freue mich riesig auf Zuhause.
Auf meine Familie, meine Kaffeemaschine und meine Couch.
Endlich wieder meine Alltagsroutine.
Während ich letzte Woche von einem Termin zum nächsten hetzte („Ich hetzte zur Entspannung“ klingt komisch, ist aber wirklich so), wurde mir bewusst, dass ich zu Hause gar nicht so viel Terminstress habe.
Den einzigen Stress, den ich habe, mache ich mir selbst.
Wobei es weniger der Stress ist, sondern die fehlende tägliche Erholung.
Hier in der Kur geht das.
Steht ja auf dem Stundenplan.
Dabei merkte ich, dass ich wenig brauche, um mich stabil zu fühlen.
Ein bisschen Struktur, leichte Bewegung in der Natur und Zeit zum Puzzeln oder Lesen.
„Wenn ich das hier kann, warum sollte ich es zu Hause nicht hinbekommen?“, fragte ich Mr. Magic.
Er sagte nichts, aber sein Blick sprach Bände.
Nur was im Kalender steht, findet statt
In der Kur ist Erholung nicht etwas, das man „auch noch“ irgendwo reinquetscht.
Sie ist eingeplant und ich gehe hin, weil es dran ist.
Hier komme ich gar nicht auf die Idee, diese Zeit ausfallen zu lassen.
Zu Hause sieht das anders aus.
Ich kann mir den Tag noch so klug überlegen, am Ende fällt die Entspannungszeit unter den Tisch.
Einerseits, weil meine innere Antreiberin die Peitsche in der Hand hat.
Das ist die Domina, die an der Stirnseite meiner inneren Team-Besprechung sitzt, ihr Leder schwingt und brüllt: „Mach das noch schnell!“
Andererseits hat sie freie Bahn, weil ich im Kalender keine freie Zeit einplane.
Ich sehe das mittlerweile deutlich.
Der Stress in meinem Alltag entsteht nicht primär durch Termine, sondern dadurch, dass ich mir nicht ausreichend Erholung gönne.
Als wäre sie die Kirsche auf der Sahnetorte, die ich mir erst verdienen muss und die erst stattfindet, wenn alles erledigt ist.
Allerdings brauch‘ ich mir nichts vorzumachen. Das Leben mit Kind und Business ist keine To-do-Liste, die am Ende des Tages abgearbeitet ist.
Hier in der Kur führe ich mir das selbst vor Augen.
Es ist so einfach, dass es fast zu trivial erscheint.
Die kurze Atemmeditation am Morgen, der kleine Verdauungsspaziergang nach dem Mittag, ein Powernap zwischendurch. Später puzzel ich ein paar Teile zusammen, lese ein paar Seiten, und mein Körpersystem macht das, was es seit Jahrtausenden kann: es reguliert sich.
Zu Hause habe ich dieselben Möglichkeiten.
Nur einplanen und machen muss ich es selbst.
Meine Traumreise in die Gegenwart
Ich weiß, dass ich meinen Alltag nicht komplett stressfrei gestalten kann.
Ich habe ein Kind, meine Arbeit, Beziehungen, einen Haushalt, und noch einiges mehr.
Dazu kommen ein Gehirn, das Ideen am laufenden Band produziert, und ein Körper, der im Dauerlauf rennt.
Es geht nicht darum, mein Leben stressfrei zu machen.
Aber einfach mal anzuhalten, damit die Seele nachkommen kann, das wäre was.
Es braucht Zeit für die Verarbeitung von all dem, was im Außen geschieht.
Weiß ich. Mache ich nur nicht konsequent.
Diese Woche hatte ich eine Entspannungssession mit Traumreise.
Das Thema war Frühling und Sommer und im Mittelpunkt stand ein Baum voller Blüten.
Als der Wind kam, fielen die Blütenblätter, eins nach dem anderen.
Und plötzlich war ich als Kind bei meinem Opa im Garten, unter dem Kirschbaum.
Mir liefen die Tränen, weil es einerseits eine so schöne Erinnerung an eine unbeschwerte Zeit war, und gleichzeitig war ich traurig, weil es mir nicht gelungen war, diese Unbeschwertheit beim Erwachsenwerden mitzunehmen.
Während ich da lag, wurde mir schmerzlich bewusst, dass alles vergänglich ist.
Meine Oma sagte immer: „Wir kommen nackt und wir gehen nackt. Das letzte Hemd hat keine Taschen.“
Es ergibt insofern keinen Sinn, mich abzustressen, um Dingen hinterherzujagen, die ich zurücklassen muss, wenn ich sterbe und für die ich mir zu Lebzeiten zu wenig Zeit nehme, um sie zu genießen.
Sei es meine Beziehungen, mein Garten, mein Geld und einiges mehr.
Mein Impuls für dich
Wenn du gerade Stress im Alltag hast, schau dir mal in deinen Kalender und prüfe, wie viel Erholung du dir eingeplant hast.
Gönnst du dir reichlich?
Oder bist du arm dran?
Und wie oft verschiebst du die Zeit für dich, um etwas für andere zu tun?
Sei dein:e eigene:r Chef:in und befehle dir mehr Erholung.
Plane ab sofort jeden Tag reichlich davon ein.
Lebe nicht mehr jeden Tag im Anschlag.
Sonst ist das ein Anschlag auf deine Gesundheit.
Vielleicht brauchst du einen festen Termin für Regeneration im Kalender, der nicht verhandelbar ist.
Als Wartungsintervall, während dein Körper darauf wartet, dass deine Seele nachkommt.
Was sonst noch so los war
Ich hatte wirklich tolle Therapien und dank mir selbst einen ausgedünnten Stundenplan mit jeder Menge Regeneration.
Mein Telefon habe ich den ganzen Tag nicht dabei.
Deshalb gibt es auch keine Fotos von den Rehen, die ich auch diese Woche wieder im Wald beobachten konnte.
Außerdem gab es diese Woche noch einen gedanklichen Ausflug in die Kindheit, denn wir hatten „Werken“ auf dem Stundenplan. Hier heißt es „Kreativwerkstatt für Erwachsene“.
Ich habe einen Stern für Loreley gebastelt.
Eine kleine Holzarbeit mit meditativem Glattschleifen und Ölen.
Mister Magic ist am Donnerstag nach Hause gefahren.
Ach, was war ich wehmütig.
Der kleine Bär auch.
Er fragt immernoch nach Papa.
Ich hätte am liebsten direkt gepackt und wäre mitgefahren.
Auf der anderen Seite freue ich mich auf zwei weitere Therapietage.
Abgesehen davon sehne ich meinen neuen Alltag herbei, denn in mir macht sich dieses „Jetzt geht’s los“-Gefühl breit.
Ich komme langsam aus der eingangs erwähnten Zwischenwelt.
Meine Seele ist im Jahr 2026 angekommen.
Mein System ist aufgeladen und bereit für „gesundes Vollgas“.
Apropos Vollgas. Meine KI-Assistentin LUMEA, an der ich schon eine Weile arbeite, ist letzte Woche durch ein OpenAI-Update gecrasht.
Eine Woche zusätzliche Arbeit haben wir reingesteckt, damit sie wieder sauber läuft.
Jetzt ist sie richtig gut und marktreif.
Das war mein Erfolgsmoment der Woche, der mir gezeigt hat, dass es sich lohnt, dranzubleiben.
Noah macht auch gerade riesige Schritte.
Mittlerweile fahre ich nicht mehr einen Gepäckwagen durchs Haus, sondern laufe mit dem Kind an der Hand Treppen hoch und runter.
Man merkt, dass er mit älteren Kindern Zeit verbringt.
Außerdem kann er seit zwei Tagen Türen öffnen.
Das führte dazu, dass er vorgestern abgehauen ist.
Er schlenderte seelenruhig den Gang entlang, als hätte er einen Termin.
Auf dem Spielplatz macht er seine Besitzansprüche deutlich.
Alles ist seins. Wippen, Rutsche, Schippen.
Gleichzeitig teilt er mit anderen Kindern sein Essen.
Außerdem hat er seine erste Freundin gefunden.
Sie freuen sich riesig, wenn sie sich beim Essen sehen.
Den einen Tag stürmte das kleine Mädchen auf ihn zu, umarmte ihn und gab ihm ein Küsschen.
Er stand da wie eingefroren. So viel Gekuschel in der Öffentlichkeit ist nicht sein Ding.
Diese Mini-Menschen teilen Essen, kloppen sich um Spielzeug und finden sich fünf Minuten später wieder großartig.
Auch ich habe hier jemanden kennengelernt.
Eine großartige Frau, die ihre eigene Buchtherapie gemacht hat.
Veröffentlicht hat sie Auf dem größten Misthaufen wachsen die schönsten Blumen* unter dem Pseudonym Wanda Fröhlich.
Ich habe es mir direkt bestellt. Es wartet schon zu Hause, und ich bin sehr gespannt, wie das Leben aus Sicht einer Borderlinerin aussieht.
Unser Wochenende wurde durch meine Freundin Jenni perfekt.
Mit ihrem Freund und ihrem Hund Finley sind wir im Tierpark spazieren gegangen und haben über diverse Themen geplauscht.
Was für ein Leben.
Nächste Woche erzähle ich dir dann, wie das mit der täglichen Erholung zu Hause geklappt hat.
Hab eine tolle Woche mit geplanten Pausen.
Deine Marion Glück
P.S.
Schädlicher Glaubenssatz von Leistungsmenschen: Erholung ist Luxus und Luxus kann ich mir nicht leisten.
Impulse von mir. Fü(h)r dich.
Gedanken, Fragen und Perspektiven für Führungskräfte.
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