My KISS for you
- Berufung finden im Job heißt, dort zu wirken, wo deine Stärken gebraucht werden und Sinn entsteht.
- Fehlt diese Verbindung, sinkt Energie, Motivation schwindet und Anpassung macht müde.
- Do: Eigene Werte klären, Stärken beobachten, kleine mutige Schritte im Job testen.
Ich fühl‘ mich wie eine Riesin in Liliput.
Da hocke ich zusammen mit den anderen Riesen auf diesen fiesen kleinen Kita-Stühlen.
Im gleichen Raum sind die Zwerge.
Überall.
Fotos von ihnen an den Wänden, damit wir einen Eindruck bekommen, wie sie den Tag verbringen.
Und dann eröffnen die Erzieherinnen der Nestgruppe den Kennenlernnachmittag.
Beide Frauen haben diese warme Ausstrahlung.
Ich verstehe, weshalb Noah so gerne zur Kita geht und die Eingewöhnung unkompliziert war.
In solchen Momenten wird mir klar, wie sich das anfühlt, wenn Menschen ihre Berufung im Job finden.
Hallo mein Herz,
unsere Woche ging ganz anders los als gedacht.
Wir hatten die Kinder zu Hause.
Die Zwillinge, weil sie krank waren, und den Bären, weil die Kita aufgrund der Wetterlage zu wenig Personal hatte.
Aber am Mittwoch waren Noah und ich in der Kita.
Mein Wochenhighlight
Die Einladung der Kita flatterte schon vor 6 Wochen rein.
Ich liebe es, herauszufinden, weshalb sich Menschen für ihren Beruf entschieden haben.
An diesem Nachmittag brauchte ich nicht zu fragen, denn den Erzieherinnen war es ein Herzensanliegen, über ihre Berufswahl zu sprechen.
Kurz und schnittig.
Da strahlten die Augen.
„Ich bin seit 35 Jahren im Beruf und seit 16 Jahren in dieser Einrichtung“, sagt die eine.
Wow!
„Ich liebe es, wenn ich die Kinder im Nest begleite und dann sehe, wie sie sich entwickeln. Da zählt jede Woche. Bin gespannt, was Noah alles kann, wenn ihr nach der Kur wiederkommt.“
Sie sieht mich an, als hätte sie gerade einen Regenbogen entdeckt.
Und während sie spricht, denke ich nur: Krass. So wie ich von meiner Tätigkeit schwärme, schwärmt sie von ihrer. Das ist für sie kein Job. Sie gehört so was von hierher.“
Und direkt danach kommt mir ein Gedanke.
Ausgeleuchtet
Wie viele Menschen sitzen montags an ihrem Schreibtisch und spüren genau das Gegenteil?
Wie viele sagen: Das S in Montag steht für Spaß?
Und bei wie vielen kommt der einzige Funke Freude, wenn sie an Freitag denken?
Da ist kein Leuchten in den Augen.
Sie sitzen kostbare Lebenszeit im Totraum ab.
Bei einigen ist die innere Kündigung schon unterschrieben.
Sie schleppen sich hin, weil „man eben muss“.
Früher war ich eine von ihnen.
Ich hatte eine okay bezahlte Stelle, aber meine Berufung im Job noch nicht gefunden.
Was will ich wirklich?
Ich denke an meine Not-OP am BLINDdarm.
An den Arzt, der sagte: „SEHEN Sie sich Ihr Leben an, da stimmt vielleicht etwas nicht.“
Wie ich nicht wusste, was er von mir will.
Was war das für ein Moment, als sich ungefähr ein halbes Jahr später der innere Schalter umlegte, mir ein Licht aufging und seine Worte auf einmal Sinn ergaben.
Wie emotional und mit Energie aufgeladen, war der Tag, an dem mir bewusst wurde, dass ich das, was ich hatte, gar nicht wollte.
Es machte mich krank, weil ich meine Berufung im Job ignoriert habe.
Und Jahre später sitzt sie mir gegenüber.
Die fröhliche Frau aus der Kita und es ist mir ein Fest, sie bei ihrer Schilderung zu beobachten.
Erstaunlich.
Ob sie weiß, wie reich sie ist?
Auch wenn sie mit Sicherheit unterbezahlt ist.
Was für sie so selbstverständlich ist, wäre für so viele ein riesiges Geschenk.
Wenn die anderen wüssten, welche Superpower sie haben und wo sie mit ihrer einzigartigen Fähigkeit gebraucht werden.
Doch für viele erscheint es unerreichbar.
Sie machen eine Ausbildung, weil Papa gesagt hat, dass der Job gut bezahlt wird.
Oder sie studieren BWL, weil Mama das Philosophie-Studium nicht bezahlt hätte.
„Lern‘ lieber was Vernünftiges, Kind!“
Wie unvernünftig es doch sein kann, auf diesen Satz zu hören.
Da haben also viele einen Job, weil …
… erwartet wird, dass einer das Familienunternehmen in dritter Generation weiterführt.
… „man ja nicht einfach aussteigt“.
… sie glauben, in eine Schablone passen zu müssen, die nie für sie gedacht war.
Wie lange halten sie aus, bevor sie sich erlauben zu fragen: „Was will ich eigentlich wirklich?“
Mein Impuls für dich
Es geht nicht um deinen Jobtitel und die Karriereleiter.
Die Frage ist: Steht die Leiter an der richtigen Wand oder lehnt sie stabil an einer Gefängnismauer?
Es geht darum, ob du deine Berufung im Job lebst oder dir jeden Morgen ein Stückchen mehr Energie entziehst.
Es geht um dein Warum.
Wenn du weißt, warum du etwas tust, verändert sich etwas.
Die Motivation steigt, weil sie von innen kommt, weil sie von einer Energie angetrieben wird, die ich SINN nenne.
Das ist der Moment, in dem du die Berufung im Job gefunden hast.
Menschen, die ihren Sinn kennen, klingen anders, wenn sie erzählen.
Man kann ihr inneres Feuer förmlich glühen hören.
Und ja, ich glaube nicht, dass sie jeden Tag den absoluten Traumjoballtag haben.
Hab ich auch nicht.
Doch eins ist mal klar. Sie schleppen sich weniger Tage in die Tretmühle, weil sie ja müssen.
Sie sagen kaum den Satz: Mein Job macht mich unglücklich.
Über den Satz habe ich lange nachgedacht.
Mach dir bewusst: Es ist niemals der Job, der unglücklich macht.
Es ist der unglückliche Mensch, der sich selbst noch unglücklicher macht, weil er nicht den Mut aufbringt, auszusteigen, sich rauszunehmen, sich neu zu orientieren und neu zu wählen.
Dabei kann jede*r jederzeit damit anfangen.
Vielleicht kennst du diese Frage, die angekrochen kommt, wenn es nachts dunkel und still ist: Was, wenn das hier nicht alles ist?
Du willst diese Frage wegschieben und doch bringt sie dich um den erholsamen Schlaf.
Hier kommt mein Blinddarmmoment für dich.
Nimm dir die Zeit und schau dir deinen gesundheitlichen Zustand an.
Ich meine körperlich und psychisch.
Wenn es dir nicht gut geht, dann stimmt da was nicht.
Möglicherweise liegt es daran, dass du einen Job hast und nicht deine(n) Beruf(-ung) lebst.
Was sonst noch los war
Seit Mittwoch probieren wir nachts das alternative Beruhigungsprogramm mit Noah.
Streiche: Milch
Setze: Kuscheln, Musik, Hypnose.
Ganz schön anstrengend unser Trainingsprogramm.
Doch mit meiner Hypno-Stimme bekomm’ ich ihn ins Land der Träume.
Außerdem isst der Bär jetzt am Tag endlich mal richtige Riesenportionen.
Die hat er übrigens gerne gewürzt.
Richtig gerne.
Mister Magic hörte aus der Küche ein vertrautes Rasseln.
Er dachte an die Klapperdose, die er Noah extra gebastelt hatte.
Leider hatte er seinen Sohn nicht optisch. Großer Fehler.
Sonst hätte er gemerkt, dass der Bär sich die offene Salzpackung gekrallt hatte.
Ich schneide immer nur eine kleine Ecke auf.
Dachte ich zumindest.
Jedenfalls flog das Salz großzügig durch die Bude.
Als Mr. Magic dann um die Ecke kam, hatte das Kind eine Riesenfreude, das Salz auf einen Haufen rieseln zu lassen.
Unsere Hausfee war gerade raus aus dem Haus, da kramte Mr. Magic schon wieder den Staubsauger vor und ging in die zweite Runde.
Das war eine gute Einstimmung auf das bevorstehende Männerwochenende im „One and a half Men“-Style.
Denn ich war bei einer Wochenend-Workation und habe es sehr genossen, zwei Nächte durch- und vor allem auszuschlafen.
Diese Auszeiten sind wichtig, um zu überprüfen, ob das, was ich gerade mache, noch das ist, was ich will.
Ich wünsche dir, dass das M in Montag für MEGASPASS steht, und wünsche dir eine glorreiche Woche.
Deine Marion Glück
P.S.
Du erkennst Menschen, die ihren Platz gefunden haben, daran, wie sie davon erzählen.

