Manchmal steht Entlastung einfach vor der Haustür und trotzdem kannst du sie nicht annehmen.
Bei mir war das im wahrsten Sinne des Wortes so und ich war nicht darauf vorbereitet.
50 Kilo schwer.
Weiß und sperrig.
Ohne Vorankündigung.
Und ich stand da.
Müde.
Mit Einkaufstaschen in der Hand und einem schlafenden Kind auf dem Arm.
Da will mir gerade jemand helfen, aber ich kann noch nicht sehen, wie.
Hallo mein Herz,
diese Woche gab es einige Hürden in meinem Leben.
Die größte Hürde dieser Woche stand direkt vor unserer Eingangstür.
Doch unser neuer Mitbewohner ist mittlerweile vollständig integriert.
Mein Wochenhighlight
Unser neuer Wäschetrockner.
Das alte Gerät ist letzten Frühling kaputtgegangen und steht seitdem nur noch zur Deko im Hauswirtschaftsraum.
Unsere Klamotten trocknen wir seit Monaten auf zwei Wäscheständern.
Noahs Zimmer ist das Wäschezimmer.
Bisher kein Problem, denn Noah ist noch nicht aus dem Schlafzimmer ausgezogen.
Allerdings war da nach dem Sommer immer wieder dieser Geruch von „klammer Klamotte“.
Abgesehen davon habe ich die ganze Zeit das Gefühl, dass ich mit der Wäsche nie fertig werde.
Ich liebe es nämlich, alle 14 Tage einen Waschtag zu machen, an dem abends alles trocken im Schrank liegt.
Es war also klar: So geht es nicht weiter.
Im Urlaub hatten wir einen neuen Trockner bestellt.
Geliefert wurde allerdings früher als geplant.
Das nenn‘ ich mal Service.
Am Samstag kamen wir müde aus dem Einkaufszentrum.
Als Mr. Magic beim Rückwärtseinparken vollkommen genervt murmelte: „Nee! Is‘ nicht wahr!“
Da stand er.
Direkt vor der Haustür.
So dicht dran, dass für mich gerade noch genug Platz war, um mich ins Haus zu schieben.
Hätte ich meine Mails gelesen, dann hätte ich es gewusst.
Hatte ich aber nicht.
Das Altgerät stand natürlich noch unbewegt im Hauswirtschaftsraum und wir mit dem neuen 50-Kilo-Gerät wie „der Ochs vor dem Berg“.

Puh.
Feiern oder fluchen?
Ich bin für beides.
Wir haben uns die Arbeit aufgeteilt.
Mr. Magic hat geflucht und gewettert, während ich gefeiert habe, dass ich jetzt wieder die große Wäsche alle 14 Tage machen kann.
Natürlich ist es toll, dass der Trockner endlich da ist.
Und gleichzeitig war er ungeplante Zusatzarbeit, denn wir haben mit dem Altgerät noch den Weg zum Wertstoffhof vor uns.
Mein neuer Haushaltshelfer steht jedenfalls jetzt am richtigen Platz und seitdem wird gewaschen, was das Zeug hält.
Der Trockner läuft.
Und ich auch.
Nicht nur hin und her, sondern auch gedanklich.
Ich habe gemerkt, dass diese Szene nur eine von vielen ist, wenn es um Hilfe geht.
Entlastung kommt selten perfekt verpackt
Manchmal kommt sie komplett ungelegen.
Da wünsche ich mir Entlastung.
Doch wenn sie unangekündigt kommt, bricht das Chaos aus.
Denn gut gemeint heißt nicht automatisch hilfreich.
Manchmal entsteht erst mal mehr Arbeit.
Und trotzdem ist Entlastung wertvoll.
Genauso wie Kommunikation.
Am Ende habe ich entschieden, wie ich mit der Situation umgehe.
Ich sehe das Ganze positiv, denn ab jetzt habe ich wieder weniger Arbeit.
Entlastung annehmen fühlt sich oft erst mal falsch an.
Vor allem, wenn wir unsere Routinen haben oder es gewohnt sind, als Frau „unseren Mann zu stehen“.
Wir kennen uns aus mit Priorisieren und Organisieren.
Vorauszudenken und vorbereitet zu sein, auf diverse Eventualitäten.
Vielleicht fühlt sich Entlastung genau deshalb manchmal ungewohnt an.
Oder sogar vollkommen fremd.
Wie Kontrollverlust.
Oder wie etwas, das man sich erst „verdienen“ muss.
Oder die innere Perfektionistin rebelliert.
Ich habe gemerkt: Es war nicht der Trockner, der mich beschäftigt hat.
Es war dieses innere Zucken, weil nicht perfekt geliefert wurde.
Mir fällt es leichter, Hilfe anzunehmen, seitdem ich erkannt habe: Die Buchstaben im Wort FEHLER lassen sich zu HELFER umsortieren.
Mein Impuls für dich
Vielleicht kennst du diesen „Trockner-Moment“ auch.
Jemand will dir helfen und alles in dir sträubt sich.
Belastet, statt entlastet.
Kommt nicht so, wie du es geplant hast.
Ist auch nicht so ordentlich, wie wenn du es selbst machen würdest.
Und vielleicht ertappst du dich dabei, wie du denkst: „Dann mache ich es lieber gleich selbst.“
Statt alles selbst zu machen, könntest du nachjustieren.
Feintuning ist meist weniger Arbeit.
Entlastung kommt selten geschniegelt und gebügelt.
Manchmal steht sie einfach vor der Tür und wartet darauf, dass du sie reinlässt.
Lass öfter mal nichtperfekte Hilfe in dein Leben, denn Perfektion ist als Entlastungskonzept völlig ungeeignet.
Kurz umdisponieren, so wie unsere Trocknerlieferung.
Entlaste dich damit selbst, um weniger abgehetzt zu sein und wieder mehr Luft zum Atmen zu haben.
Was sonst noch so los war
Wir waren bei Ikea.
Meinen restlichen Montag kannst du dir hier im Detail durchlesen.

Bei den Zwillingen gab es aufgrund der Wetterlage unterschiedliche Entscheidungen.
Während die eine ausschlafen konnte, musste die andere in die Schule.
Auch die Kita sendete am Donnerstag eine kurzfristige Mail, dass der Posteingang glühte.
Eine Meldefrist von nicht mal einer Stunde, gab es nicht mal bei der Bundeswehr.
Das löste bei Mr. Magic ein Stirnrunzeln aus, als er den Bären von der Kita abholte.
Wir haben „Wir bleiben zu Hause“ gespielt.
Darin sind wir geübt.
Die große angekündigte Schneekatastrophe brachte uns jedenfalls blauen Himmel, Sonnenschein und ganze zwei Zentimeter Neuschneegefissel.
Hinterher ist man ja immer schlauer.
Statt Schnee habe ich monatelang die Hörbuchproduktion vor mir hergeschoben.
Bis Freutag.
Da habe ich endlich angefangen, mein Hörbuch Schwere Entscheidungen leicht treffen* einzusprechen und gemerkt, dass ich das Printbuch noch einmal anfassen werde, weil es seit 01. Juni 2025 endlich den gestaffelten Mutterschutz nach einer Fehlgeburt ab der 13. Schwangerschaftswoche gibt.
In meinem Kopf war die Hörbuchproduktion ein riesiger Berg.
In der Realität waren es für das Einsprechen nur drei halbe Tage.
Manche Aufgaben wachsen, je länger ich sie mir anschaue.
Noah ist da anders.
Der packt einfach an.
Am Samstag im Einkaufszentrum hat er seinen Kinderwagen allein geschoben.
Sehr praktisch, weil ich meine Shoppingbeute ablegen konnte.

Außerdem hat er großes Interesse an diesen Kinderfahrgeschäften, für die man früher einen Euro brauchte.
Die Ausrede „Ich habe kein Kleingeld“ funktioniert übrigens nicht mehr, denn die Dinger wurden auf mobiles Bezahlen umgestellt.
Und am Sonntag konnte ich ausschlafen, weil Mr. Magic ab 5.45 Uhr die Frühschicht mit dem Bären übernommen hat.
Der gehört nämlich seit geraumer Zeit zu den Early Birds.
Ich bin sehr dankbar für unser Teamwork.
Mal sehen, was die neue Woche bringt.
Vielleicht noch mehr Schnee, wer weiß.
Hab auf jeden Fall eine großartige Woche.
Deine Marion Glück
P.S.
Jetzt stapfen bestimmt ganz viele Leute mit durchnässten Schuhen durch den Schnee, weil sie bei Deichmann geschwindelt und gar kein Nässeschutzspray zu Hause haben.


