My KISS for you
- Selbstmitgefühl im Mama-Alltag beginnt, wenn du aufhörst, neutrale Kleinigkeiten als Beweise gegen dich zu nutzen.
- Permanente Selbstkritik verstärkt mentale Last, obwohl du längst genug leistest.
- Stoppe den inneren Richter. Prüfe deine Beweise bewusst. Entsorge mentalen Sondermüll regelmäßig.
Manchmal reicht eine Pflanze.
Sie steht einfach da.
Vertrocknet.
Wirft alle Blätter von sich.
Hätte sie ein Gesicht, würde sie die Stirn runzeln, mit den Augen leiern und anklagend sagen: „Nicht mal Blumen gießen schaffst du. „Tzzzz!“
Zumindest war das das Bild, das ich am Mittwoch im Kopf hatte, als ich den kleinen Weihnachtsstern auf der Arbeitsfläche in der Küche präsentiert bekam.
Hallo mein Herz,
eine wilde Woche liegt hinter mir.
Ich habe so viel gearbeitet, dass ich am Donnerstag nicht mal 2.000 Schritte auf der Uhr hatte.
Aber so sind sie, meine Sprint-Phasen.
Meinen mentale Fast-Zusammenbruch hatte ich jedoch am Mittwoch.
Mein Wochenhighlight
Wir haben eine Hausfee.
Jeden Mittwoch kommt sie und zaubert die Bude sauber.
Und dafür bin ich unendlich dankbar.
Sie räumt auf, und gelegentlich stellt sie mir Dinge hin, damit ich entscheiden kann, was ich damit machen will.
Diese Woche hat sie einen vertrockneten Weihnachtsstern aus dem Wohnzimmer in die Küche gestellt.
Sachlich betrachtet ist das nichts.
Doch es gibt Tage, da arbeitet es in mir.
Dieser kleine Weihnachtsstern in seinem gelben Übertopf war wie ein Mahnmal.
Die Stimme in mir fing direkt an, mich vollzunölen:
´Du hast es wieder nicht geschafft, die Blumen zu gießen. Du kriegst hier einfach nichts richtig auf die Kette. Nicht mal mit Hilfe.´
Mäh!
Na klar weiß ich, dass das mentaler Sondermüll ist.
Machen wir uns nichts vor: Weihnachtsterne sind schon beim Kauf zum Sterben verurteilt.
Weihnachtssterne sind nämlich die eigentlichen Mimosen der Pflanzen.
Ich weiß auch, dass eine vertrocknete Pflanze nichts über meinen Wert sagt.
Die rationale Marion, weiß das alles.
Aber die emotionale Marion, die war vom Weihnachtsstern angeschossen.
Gefühle sind nämlich so selten rational.
Und dieses Gefühl der Unfähigkeit war richtig ätzend.
Beweisstück A
Da steht also dieser mich anklagende Weihnachtsstern.
Mein Kopf beginnt automatisch zu sammeln.
Findet weitere Indizien.
Hinweise auf meine Unfähigkeit.
Kleine, scheinbar harmlose Beweise dafür, dass ich (angeblich immer) versage.
Und das, obwohl ich eine Hausfee habe.
Die Hilfe im Außen wird jetzt mein innerer Verstärker.
Die Stimme in mir kommt so richtig in Fahrt und wird immer lauter.
Irgendwo tief in mir sitzt dieser Denkfehler, der das Gefühl der Unfähigkeit auslöst.
„Wenn ich schon Unterstützung habe, dann müsste doch jetzt alles laufen.“
Das innere Gericht
Mein innerer Richter ist ein echt harter Hund.
Er nutzt neutrale Situationen, um mich anzuklagen.
Nimmt sich eine Lupe und guckt genau, und natürlich findet er noch viel mehr, um mir noch mehr vorzuwerfen und weiter abzuwerten.
Er kippt mir alles vor die Füße.
Ich mache mich selbst immer kleiner.
Dabei liegt es doch bei mir, welche Beweise ich gelten lasse.
Dieser Weihnachtsstern zeigt mir, welche Ansprüche ich an mich selbst habe und wie ich mit Kleinigkeiten dieser hartnäckige Stimme eine Bühne biete.
Schluss damit!
Mein Impuls für dich
Möglicherweise kennst du diese Stimme, die immer sofort weiß, was du nicht kannst.
Wir sind unfassbar kreativ und schnell darin, uns vor Gericht zu zerren.
Sei nicht gnadenlos zu dir selbst, indem du entlastende Beweise nicht zulässt.
Vielleicht ist es bei dir nicht der Weihnachtsstern.
Dann ist es möglicherweise die Wäsche oder die immer noch nicht reparierte Türklinke.
Oder das grundsätzliche Gefühl, ständig hinterherzuhinken.
Dabei würde niemand auf die Idee kommen, den Wert einer Mutter oder eines Vaters an einer Zimmerpflanze, der Wäsche oder einer Türklinke zu messen.
Außer wir selbst vielleicht.
Welche „Beweise“ sammelst du?
Sind das wirklich die Fakten, die du gegen dich nutzen willst?
Ich meine, irgendwas ist doch immer.
Wenn du das nächste Mal den Müll rausbringst, denke daran, deinen mentalen Sondermüll mitzunehmen.
Dann wird es leichter.
Lerne, milder mit dir zu sein. Liebevoller.
Wiederhole diese Übung am besten täglich.
Wenn du magst, kannst du dafür meine neue DSGVO-konforme KI-Assistentin LUMEA nutzen.
(Funktioniert wie ein WhatsApp-Chat und ist ohne KI-Account möglich.)
Was sonst noch so los war
Ich habe es zum Sport geschafft.
Also so halb und das kam so:
Ja, der Mittwoch stand unter keinem guten Stern.
Das ging schon los, als ich aufgestanden bin und aus dem Fenster schaute.
Zur Abwechslung hatte es mal wieder geschneit.
Da war ich nicht nur bedient, sondern auch raus aus meiner Routine.
Mit dem Kopf schon während des Frühstücks beim Eiskratzen.
Dann kam die Hausfee und wir waren schon spät dran für die Kita.
Der Bär war im Auto, die Sporttasche im Flur.
Gemerkte habe ich es erst als ich vor der Fitte stand.
Die war die Stimme in meinem Kopf noch mild und sagte: „Ey, deine Mudda hat angerufen. Du hast den Turnbeutel im Flur vergessen!“
Zum Glück hatte ich meinen Kita-Fitte-Ablauf optimiert und mein Sportzeug schon an.
Sieht witzig aus mit Winterstiefeln.
Und es war Wiegetag.
Da sind Schuhe eh nur zusätzliches Gewicht.
Siehe da: 400 Gramm reines Fett weniger.
Die für mich eingeplante Zeit habe ich genutzt, denn Stretching ist gut für die Flexibilität.
Sowohl für den Körper als auch für den Geist.
Die Kita fühlt sich aktuell übrigens an wie ein Biowaffenlager.
Diese Woche im Angebot: Madenwürmer (musste ich googln), Grippe, RSV.
Letzte Woche waren es noch Hand-Mund-Fuß, Streptokokken und Corona.
Abwechslung muss sein.
Alles Abhärtung.
Am Samstag habe ich mir das Playmobil-Puzzle der Kinder vorgenommen.
Mit tatkräftiger Unterstützung von Carmen.
Wir sortieren gerade alle Spielfiguren, um sie einzulagern.
Serious Play! Nur ohne Lego.
Ich verstehe jetzt, dass Playmobil in einer tiefen Krise steckt, denn wir haben vor zwei Jahren den Massekonsum auf Null runtergefahren.
Die Zwillinge interessieren sich jetzt nämlich für Schminke und Bücher.
Nächste Woche habe ich um diese Zeit übrigens schon ein paar Tage in der Mutter-Kind-Kur hinter mir und werde berichten.
Zumindest, wenn ich WLAN finde.
Hab bis dahin eine tolle Zeit.
Deine Marion Glück
P.S.
Meine Regenwürmer haben sich riesig über den Weihnachtsstern gefreut. Sie haben sich direkt ein Lätzchen umgebunden und so richtig laut geschmatzt.


