My KISS for you
- Trigger zu verstehen bedeutet, zu erkennen, warum bestimmte Situationen in dir sofort automatische emotionale Reaktionen auslösen. Oft basieren sie auf alten Erfahrungen und unbewussten Mustern.
- Eingespeicherte Muster sind effizient. Das Problem entsteht, wenn wir sie nicht mehr hinterfragen.
- Wer seine automatischen Reaktionen kennt, gewinnt einen entscheidenden Vorteil: die Wahl, ob er ihnen folgt — oder nicht.
Hallo mein Herz,
diese Woche hat unsere alte Türklingel für jede Menge Spaß mit dem Milchmann gesorgt. Mich hat sie jedoch auch nachdenklich gemacht und ich habe wieder verstanden, wieso es wichtig ist, Trigger zu verstehen.
Trigger verstehen: Wenn der Körper reagiert, bevor der Kopf fragt
Wir haben eine alte Funkklingel.
Das Teil, das man im Haus in die Steckdose steckt, funktioniert noch.
Der Rest ist längst beim Wertstoffhof entsorgt.
Noah und ich haben am Dienstag mal wieder damit gespielt.
Das Spiel geht so:
Der Milchmann klingelt sich durch die verschiedenen Klingeltöne und ich reguliere die Lautstärke.
Besonders schnell muss man sein, wenn er am Wochenende vor dem Aufstehen mit der Klingel spielen will.
Der grundsätzliche Vorteil beim Klingelspiel: Ich muss nicht im Raum sein, um zu wissen, wo Noah ist und was er gerade macht.
Kein Blödsinn, nur harmlose Klingelstreiche.
Während er sich so durchklingelte, ertönte unser alter Klingelton.
Und dann passierte es – ein klassischer Moment, in dem ich meine eigenen Trigger verstehen durfte.
Mr. Magic ruft aus der Küche: „Marion, es hat geklingelt.“
Da ich mitten im Spiel war und davon ausging, dass er mit uns spielte, reagierte ich nur mit „Ja, hab ich gehört.“, statt sofort aufzuspringen.
Er meinte es jedoch ernst und stapfte zur Tür.
Öffnete sie.
Niemand da.
Komisch.
Als er ins Wohnzimmer kommt, sagt er nur verwundert „Es war niemand da.“
„Natürlich nicht! Wir spielen hier drinnen mit der Klingel.“
Ich saß auf diesem kleinen rosa Kinderstuhl, hatte den Milchmann im Arm und musste lachen.
Gleichzeitig dachte ich: Krass. Ein einziger, alter, vertrauter Ton und der ganze Körper reagiert mit Autopilotprogramm „Tür aufmachen“.
Das Muster war so tief eingespeichert, dass die Vernunft gar nicht erst gefragt wurde.
Reiz rein, Reaktion raus – ein klassisches Beispiel für automatische Reaktion im Autopilot.
Was ich darin erkenne – Trigger verstehen im Alltag
Dieses Mal war der Autopilot sehr witzig – doch genau solche Momente helfen mir, meine Trigger zu verstehen.
Wie oft ist bei mir das Klingeln nur anders verpackt?
Eine bestimmte Formulierung meiner Eltern.
Der Tonfall in einem Gespräch mit einer Kollegin.
Ein Satz, den jemand beginnt und von dem ich denke, dass ich weiß, wie er endet.
Und schon bin ich innerlich aufgestanden und zur Tür gegangen.
Reagiere, ohne vorher zu prüfen, ob die Situation wirklich das ist, was sie zu sein scheint.
Da kann ich in der Reflexion nur immer wieder über das Energiesparprogramm meines Gehirns lächeln.
Als wäre es ein Betriebswirt, denn die Effizienz im automatischen Abspulen des bekannten Musters, spart Energie.
Ein kluges Programm, denn es hilft uns Menschen.
Früher hat es unser Leben gerettet.
Das eigentliche Problem entsteht erst, wenn das Muster aus einer anderen Zeit stammt.
Wenn der Klingelton aus unserer Kindheit kommt oder von vor zehn Jahren, als wir eine unschöne Begegnung hatten.
Wenn die Reaktion für eine Situation programmiert wurde, die längst nicht mehr existiert.
Rational ist alles klar, doch die emotionale Verankerung besteht noch.
Der Reiz kommt und wir gehen zur Tür, obwohl niemand da ist.
Dann lohnt es sich, kurz innezuhalten und zu hinterfragen: Reagiere ich gerade auf das, was wirklich passiert?
Mein Impuls für dich, um deine Trigger zu verstehen
Denk an eine Situation aus der letzten Woche, in der du schnell reagiert hast.
Frage dich, ob deine Reaktion zur Situation gepasst hat.
Welcher alte „Klingelton“ könnte dahinterstecken?
Du musst das Muster nicht sofort ändern.
Erkennen reicht erstmal.
Anschließend kannst du durchspielen, welche Reaktion besser gewesen wäre und welche du beim nächsten Mal ausprobieren willst.
Ziel des Trainings ist es, dass der Zeitpunkt der Erkenntnis immer näher kommt.
Irgendwann liegt er unmittelbar vor der Reaktion und du kannst anders handeln.
Merke: Trigger zu verstehen ist der erste Schritt, um bewusst anders zu handeln.
Was sonst noch los war
Am Montag war ein sehr emotionaler Tag für meine Freundin Stephie und mich.
Wir haben ihn „den gebrauchten Montag“ genannt.
Da war für uns nicht viel zu holen.
Außerdem waren wir seit Donnerstag offline, dank einer Störung bei Vodafone.
Meine Freitagstermine habe ich alle umgeplant.
Zuerst war ich genervt, doch rückblickend tat es mal richtig gut.
Manchmal brauche auch ich die Grenze von außen, um in die Veränderung zu gehen.
Seitdem überarbeite ich nämlich meine grundsätzliche Arbeitsstruktur.
Am Samstag gab es das große Ostereierfärben.
Nach sorbischer Technik.
Ich konnte richtig dabei zusehen, wie mein Geduldsfaden immer kürzer wurde.
Gleichzeitig war ich aber auch in einem meditativen Zustand.
Mein Output: 4 Eier in 4 Stunden.
Individuelle Exemplare und alles andere als perfekt.
Wenn du bei Kleinanzeigen „sorbische Ostereier“ suchst, findest du perfekte Einzelstücke für 5 Euro.
Mein innerer Betriebswirt hat sich kurz gemeldet, den Kommentar abgelassen „Übung macht die Meisterin“ – und dann den Hut gezogen.
Außerdem waren wir tagsüber spazieren, haben abends Doppelkopf gespielt und die Ostertage geplant.
Sonntag habe ich es auch endlich geschafft, meine Minigewächshäuser mit Kürbissaat zu bestücken.
Deine Marion Glück
P.S. Noah klingelt jetzt mit besonderer Begeisterung. Er hat verstanden, welchen Knopf er drücken muss, damit alle hochspringen.
FAQ:
Trigger zu verstehen heißt, automatische emotionale Reaktionen bewusst wahrzunehmen und zu hinterfragen.
Weil unser Gehirn auf gespeicherte Erfahrungen zurückgreift, um Energie zu sparen.
Impulse von mir. Fü(h)r dich.
Gedanken, Fragen und Perspektiven für Führungskräfte.
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