My KISS for you

  • Du hältst dich zurück, weil du gelernt hast, was angeblich nicht geht. Diese Grenzen kommen oft nicht von dir.
  • Solange du auf Erlaubnis wartest, bleibst du stehen. Deine Entscheidungen richten sich nach alten Stimmen, nicht nach deinem eigenen Kurs.
  • Nimm dir eine Sache, die du aufschiebst. Erkenne den Gedanken dahinter. Triff eine Entscheidung und setze um.



Er ist noch nicht ganz zwei Jahre alt, trägt Gummistiefel und hat gerade einen Regenwurm im Mund. Und diese Woche hat er bei mir einen spektakulären AHA-Moment ausgelöst.

Lies weiter, wenn du wissen willst, wann wir aufgehört haben, einfach nach den Sternen zu greifen.


Hallo mein Herz,

es ist ein ganz normaler Nachmittag im Garten.

Raus aus der Kita und rein ins Beet.

Ich knie in der Erde und buddle meine Wurmvasen ein.

Neben mir rennt der kleine Bär herum.

Während er mich letzte Woche vor der Bohrmaschine beschützen wollte, will er mir dieses Mal bei den Erdarbeiten helfen.

Ich hatte ihm am Morgen extra einen bunten Kinderspaten und eine passende Harke vom Einkaufen mitgebracht.

Er hat die Sachen genau einmal angeschaut.

Dann wollte er meine.

„Meiner“ ist der genaue Ausdruck, wenn er Eigentumsverhältnisse klärt.

Der kleine Bär, meine Schaufel und der Regenwurm, der kurz verschwunden war

Er stakste quer durch das Beet.

Quasi geht er jetzt schon seinen eigenen Weg und der führt nicht über meinen.

Dann griff er nach meinem Spaten.

Der ist groß, schwer und definitiv nichts für laufende Meter.

Ihm war das egal.

Er hielt ihn fest, schrubbte über die Erde, stöhnte vor Anstrengung und freute sich, als tatsächlich etwas Erde in meinem Unkrauteimer landete.

Dann zeigte ich ihm, wo die Regenwürmer wohnen.

Ich öffnete meine Wurmvase, schmiss den gerade gefundenen Wurm hinein, legte den Deckel wieder drauf und ging zurück in mein Beet.

Hinter mir war es erstaunlich still.

Kein gutes Zeichen.

Ich drehte den Kopf, sah eine geöffnete Wurmvase und einen Noah mit Erdschnute.

Als ich ihn fragte, was er da macht, zog er den Regenwurm aus dem Mund und warf ihn neben die Vase.

Ich sagte in dem Moment nicht „IIIIhhhhh! Ekelig!“, weil ich selbst schon Würmer gegessen hatte.

Keine deutschen Regenwürmer, sondern eine australische Witchetty-Made und die war nicht mehr roh.


Er hatte offenbar kein Problem damit, dass sich der Wurm in seinem Mund bewegte.

Hat ihn ohne Zögern neugierig ausprobiert.

Er verschwendet noch keinen Gedanken daran, was die anderen denken könnten oder ob das eklig sein könnte.

Er nimmt einfach meinen Spaten, weil er noch nicht weiß, was er nicht kann. Schließlich hat er es noch nicht selbst ausprobiert und es hat ihm auch niemand gesagt.

Von Kindern lernen – was passiert, wenn niemand dir sagt, dass du es nicht kannst

Er hält meinen großen Spaten, weil der kleine Kinderspaten für ihn keine Option ist.

Automatisch will er das Große.

Ganz selbstverständlich greifen er danach.

Und ich fragte mich: Wann habe ich damit aufgehört?

Oder anders: Wann habe ich angefangen, mir selbst die kleine bunte Version anzubieten?

Das kleinere Ziel, weil man nicht zu viel wollen soll.

Die leise Stimme, weil ich nicht immer so laut sein soll.

Die Landingpage, die seit Wochen nicht online ist, weil sie nicht perfekt ist.


Noah wartet nicht, bis er groß genug ist.

Er greift einfach.

Er kommt nicht auf die Idee, dass er es nicht schaffen könnte oder der Spaten zu schwer sein könnte. Das kommt erst später.


Das lernen wir als Kinder.

Sätze wie „Das ist noch nichts für dich.“ oder „Dafür bist du noch zu klein.“ kenne ich.

Da erklären einem die Autoritäten, was realistisch ist und was nicht geht.

Und wenn der Kuchen redet, dann hält der Krümel den Mund.

Und dann warten wir — auf die Erlaubnis, auf den richtigen Moment, auf die richtige Größe.

Meine Erkenntnis: Die wichtige Frage ist nicht „Kann ich das?“

Die essenzielle Frage ist: Wer hat mir eingeredet, dass ich etwas nicht kann?

Mir fällt die Geschichte vom Elefanten ein.

Als Babyelefant angekettet, hat er nicht die Kraft, die Kette zu sprengen.

E lernt, dass da eine Grenze ist.

Als ausgewachsener und starker Elefant stellt er nicht mehr infrage, ob er die Kette zerreißen kann.

Er akzeptiert stillschweigend die Grenze und bleibt mit Leichtigkeit gefangen.

Bei uns ist das nicht anders.

Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr.

Nur ist es dieses Mal etwas anders: Was Hänschen erlernt, stellt Hans nicht infrage.

Durch permanente Wiederholung in jungen Jahren sickert es ein und setzt sich fest.

Und dann sitzen sie da diese Überzeugungen: zu früh, noch nicht bereit, erst wenn.

Wir merken oft nicht mal, dass sie nicht von uns stammen, und stellen sie nicht infrage.


Noah hat diesen Filter nicht.

Er denkt nicht: „Der Spaten ist zu groß für mich“.

Bei ihm läuft das Programm: Will ich das? Ja! Also mach ich das!

Ich habe mein „Grenzenprogramm“ vor einigen Jahren verändert.

Das heißt nicht, dass ich naiv bin oder blind drauflosrenne.

Aber ich habe aufhört, auf eine Erlaubnis zu warten, die niemand ausstellt außer mir selbst.

Mein Impuls für dich

Schau dir an, welche Sache du schon länger vor dir herschiebst.

Prüfe, ob du wirklich keine Zeit für die Umsetzung hast oder ob da dieses Gefühl von „Ich bin noch nicht gut genug“ vorherrscht.

Und dann gib dir die Erlaubnis, endlich bereit und genug zu sein.

Mach es einfach.

Du bist groß genug und alt genug und kompetent genug.

Was sonst noch los war

Mr. Magics Tage sind gezählt.

Diese Woche hatte er seinen Abschied vom alten Dienstposten.

Nach acht Jahren schließt sich dieses Kapitel und eine neue Aufgabe erwartet ihn.
Das haben wir am Freitag mit Pizza gefeiert.


Außerdem hatten wir Zeit, um durch das Einkaufszentrum zu stromern und nach den weltbekannten Übergangsjacken zu stöbern.

Während die anderen von einem Geschäft ins nächste zogen, um nach geeigneter Kleidung zu schauen, habe ich die Zeit mit Carmen sehr genossen.

Für unser aller Belohnung gab es danach ein Eis.

Die Mädels haben jetzt auch zwei Wochen Osterferien und freuen sich aufs Ausschlafen, während der kleine Bär sich an seinen Zeitplan hält und pünktlich um sechs ausgeschlafen hat.

Was ich mir aufgrund der Zeitumstellung heute Morgen erfolgreich als „Er hat bis sieben geschlafen“ schöngeredet habe.


Die nächste Woche werde ich teilweise in der schönsten Stadt der Welt verbringen.

Nächste Woche gibt es dann den Lagebericht.

Hab eine umsetzungsstarke Woche und ein schönes Osterfest.

Deine Marion Glück

P.S.

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Marion Glück ist Mentorin für mentale Gesundheit, Autorin und ehemalige Offizierin. Sie begleitet Führungskräfte in herausfordernden Zeiten und verbindet psychologische Tiefe, unternehmerisches Denken und persönliche Erfahrung.

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