My KISS for you

  • Dein ‚Nein‘ hat denselben Wert wie dein ‚Ja‘. Es braucht keine Begründung. Viele verlernen das früh und halten Anpassung für sicherer als Ehrlichkeit.
  • Dein Nervensystem schützt dich, denn Zugehörigkeit bedeutet Sicherheit. Dafür sagst du ‚Ja‘, obwohl du ‚Nein‘ meinst. Das führt zu innerem Druck, schlechten Entscheidungen und schlaflosen Nächten.
  • Achte auf das erste Zögern im Körper. Benenne dein ‚Nein‘, auch wenn es sich unangenehm anfühlt. Verzichte auf Rechtfertigungen und beobachte, was passiert.


Noah hatte kein Bock auf seine Socken.

Für mich mittlerweile normal.

Früher habe ich sie ihm jedes Mal angezogen, weil mir nur bei der Vorstellung sockenfreier Füße kalt wurde.

Dieses Mal waren wir jedoch im Hotel MaPa und was dann passierte, hat mich noch während des Osterspaziergangs beschäftigt.

Eine kleine Szene, eine riesige Erkenntnis.

Plötzlich war ich wieder sechs Jahre alt.

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Hallo mein Herz,

wir sitzen beim Frühstück am Esstisch meiner Eltern.

Der Bär spielt auf dem Boden und zieht sich dabei die Socken aus.

„Magst du die Socken heute nicht?“, frage ich ihn.

„Nein.“ kommt prompt als Antwort, wobei er die beiden Fußkleider ansieht, als wären sie seine persönlichen Feinde.

Es sei erwähnt, dass er Socken und Mützen nicht gern trägt.

Ich schaue kurz nach draußen.

Nach meiner Bewertung ist es warm genug.

Ich denke immer: ‚Passt schon‘ und lasse ihm seine Entscheidung.

Meine Mutter sieht das anders.

Noahs Nein und die Erinnerung an meine eigene Kindheit

„Los, komm her, bring deine Socken mit.“ hörte ich meine Mutter sagen, und ahnte, was folgen würde.

Noah blieb bei seinem Nein.

„Los! Komm! Sei lieb!“

Eine autoritäre Aufforderung, die keine Widerworte erlaubt hätte.


Innerlich parierte ein Teil von mir sofort.

Der Teil von früher.

Eine Erinnerung an meine eigene Kindheit.

Sei lieb.
Das heißt übersetzt: Tu, was ich sage. Sofort.

Gelernt hat das Kind in mir: Wenn ich nicht tue, was die Erwachsenen wollen, bin ich nicht lieb. Und wenn ich nicht lieb bin, werde ich nicht geliebt.

Noah bleibt bei seinem Nein.

Ich schaue ihn an.

Er hat noch keine schlechten Erfahrungen mit seinem Nein gemacht.

Für ihn ist es einfach.

Nein, weil er gerade keine Socken will.

Während mein Vater nach dem „Warum nicht?“ fragt, braucht es für meinen Bären keine Begründung.


Ich habe früher den Spruch gehört: „Kinder mit Willen kriegen was auf die Brillen.“

Zu einem anderen Klassiker, vor allem in einem Haushalt mit Köchen, gehört: „Wenn der Kuchen redet, halten die Krümel den Mund.“

Ist manchmal lustig gemeint, doch da steckt viel mehr Füllung drin, als auf den ersten Blick sichtbar wird.

Kinder ordnen sich gefälligst unter.

Ende der Durchsage.

Willensstarke Kinder sind anstrengend, meist schwierig und werden als aufmüpfig wahrgenommen.

Ich frag mich immer wieder, was aus diesen Kindern wird.

Ob sie später auch so lange brauchen wie ich, um zu erkennen, dass ihr Nein genauso viel wert ist wie ihr Ja.


Unterwerfung und was das Gehirn damit zu tun hat

Ein Teil unseres Gehirns ist auf Sicherheit ausgerichtet.

Als Kind sind wir komplett abhängig von unseren Eltern.

Zugehörigkeit ist überlebenswichtig.

Wenn Gehorsam die Währung ist, mit der wir Zugehörigkeit und/oder Liebe kaufen, dann zahlen wir.

Unser Nervensystem lässt uns gar keine andere Wahl.

So wird unser Überleben gesichert und damit die Population.

Ja, ist ein Uraltprogramm, aber das läuft auf unserer Festplatte.

Das Problem kommt später, denn im Erwachsenenleben nehmen wir es als Virus wahr, sobald wir uns dessen bewusst werden.

Doch das Muster ist antrainiert und läuft weiter.

Zwar müssen wir niemanden mehr um Erlaubnis bitten, doch bereitwillig passen wir uns an und tun Dinge, die wir meist nicht wollen.


Zuerst kommt das kurze Zögern vor der Entscheidung.

Dann nehmen wir ein Schuldgefühl wahr, wenn wir uns für ‚Nein‘ entscheiden wollen.

Anschließend sagen wir mit innerem Widerwillen ‚Ja‘, obwohl wir ‚Nein‘ meinen.

Was uns um den Schlaf bringt, weil wir uns morgens um halb zwei darüber ärgern, dass wir uns wieder nicht abgrenzen konnten.

Ich kenn’ das sehr gut.


Viele von uns haben gelernt: Eigenwille ist zu riskant.
Wer zu viel will, könnte andere enttäuschen und vielleicht alles verlieren.
Wer sich fügt, ist dagegen in Sicherheit.

Und ab wann emanzipieren wir uns davon?

Definitiv ist das keine Frage, die ich mit einem konkreten Datum beantworten kann.

Ich kann jedoch sagen, dass mein Training seit meiner Therapie im Frühling 2015 begonnen hat.

Es ist immer wieder dasselbe Trainingsprogramm, in dem sich im Laufe der Zeit nur die Schritte verändern.

Stufe 1: Unbewusstsein: Reagieren.

Stufe 2: Bewusstsein: Reagieren. Wahrnehmen. Reflektieren.

Stufe 3: Bewusstsein im Hier und Jetzt: Wahrnehmen. Reflektieren. Reagieren.


In Stufe 3 beginnt die Korrektur des alten Programms zwischen Reiz und Reaktion.

Wer da angekommen ist, kann sich feiern.

Diese Erkenntnis am Ostermorgen, war großartig.

Losgetreten durch Noahs deutliches ‚Nein‘ mit sockenfreien Füßen.

Meine Erkenntnis: Willensstarke Kinder sind keine Problemkinder

Was wäre, wenn wir willensstarke Kinder nicht als Störfaktor wahrnehmen, sondern als Spiegel nutzen?

Noah hat keine Begründung geliefert für sein ‚Nein‘.

Er hat nicht überlegt, ob ich oder seine Oma enttäuscht sein könnten.

Er wollte keine Socken.

Nicht verhandelbar.

Für sein Nein, hat er sich nicht entschuldigt.

Irgendwann im Laufe der Kindheit verlernen wir das.

Es mag mit Empathie zu tun haben.

Mein Impuls für dich

Wir wollen nicht, dass unser Gegenüber traurig, wütend, enttäuscht oder irgendwie anders emotional reagiert, denn das könnte zu einer Disharmonie innerhalb unserer zwischenmenschlichen Beziehung führen, und das wiederum führt zur Angst, nicht mehr dazuzugehören oder Liebe zu verlieren.

Deshalb hören wir uns ’ja‘ sagen, obwohl wir ein klares ’Nö!‘ fühlen.

Harmonisch fühlt sich für uns besser an, also passen wir uns an und stellen unseren Willen und damit unsere Bedürfnisse hinten an.

Und wenn wir unser eigenes Ding machen, dann versuchen wir wenigstens unser Nein zu begründen, in der Hoffnung, dass unser Gegenüber uns verstehen möge.
Wir lernen früh, dass der eigene Wille eine gute Erklärung braucht.
Es muss verhältnismäßig, sozialverträglich und gerechtfertigt sein.

Ich lade dich zur Rückschau ein.

Wann hast du innerlich ‚Nein‘ gefühlt und dich trotzdem ‚Ja‘-sagen hören?

Wer oder was hat dich dazu gebracht?

Du solltest dich jedenfalls nicht über dich ärgern.

Vielmehr lohnt es sich, das eigene Bewusstsein zu schärfen und ins tägliche Training einzusteigen.

Du brauchst für dein ‚Nein‘, in welcher Form auch immer, du es kommunizierst, keine Rechtfertigung.

Was sonst noch los war

Ich sag nur: Hamburch meine Perle, du wunderschöne Stadt!

Während der Kur hatte ich norddeutsche Luft geschnuppert und musste unbedingt zurück.

Ich war bei Freundinnen, hab Co-Working mit ManiPedi kombiniert und ein paar berufliche Termine wahrgenommen.


Außerdem hatte mich der Kommandeur des 1. Unterstützungsgeschwaders in Kiel zur feierlichen Kommandoübergabe eingeladen.

Lass’ ich mir natürlich nicht entgehen.

Marinemusikchor, Möwengekreische, alte Kameraden, Regen, Sonne und Wind haben mich emotional mal wieder voll abgeholt.

Mr. Magic hat mir derweil zu Hause den Rücken freigehalten und hat mit den drei Kindern Ferien gemacht.

Jeden Tag bekam ich Fotos und wir haben morgens und abends die Videotelefonie gefeiert.

Unabhängig voneinander hatten wir zusammen wieder eine richtig schöne Zeit.


Nächste Woche sind bei uns noch Ferien.

Mal sehen, was wir spontan unternehmen.

Spontanität will schließlich gut überlegt sein.

Deine Marion Glück

P.S.

Noahs Socken lagen übrigens noch eine Weile als Mahnmal genau da, wo er sie hingeworfen hatte. Als wir später spazieren gehen wollten, konnte ich ihn überzeugen, seine Socken anzuziehen.


FAQ

Was sind willensstarke Kinder und wie gehe ich damit um?

Willensstarke Kinder haben ein ausgeprägtes Gespür für ihre eigenen Bedürfnisse und setzen sich dafür ein. Hilfreicher als Gegensteuerung ist oft, zu unterscheiden: Worum geht es wirklich – und ist das eine Situation, die Grenzen braucht, oder eine, die Spielraum lässt?

Warum fällt es Erwachsenen so schwer, Nein zu sagen?

Wer als Kind gelernt hat, dass Gehorsam Zugehörigkeit sichert oder mit Liebe und Anerkennung belohnt wird, trägt dieses Muster oft still ins Erwachsenenleben. Das Körpersystem sucht Sicherheit – und Anpassung fühlt sich sicherer an als der eigene Wille.

Wie hängen willensstarke Kinder und Selbstführung im Erwachsenenleben zusammen?

Der eigene Wille, den Kinder noch selbstverständlich leben, wird oft durch Sozialisation abtrainiert. Wer als Erwachsener lernt, diesen Willen wieder wahrzunehmen und zu vertrauen, gewinnt eine der wichtigsten Grundlagen für klare Entscheidungen und ein selbstbestimmtes Leben.

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Marion Glück ist Mentorin für mentale Gesundheit, Autorin und ehemalige Offizierin. Sie begleitet Führungskräfte in herausfordernden Zeiten und verbindet psychologische Tiefe, unternehmerisches Denken und persönliche Erfahrung.

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