Mamablog-Titelbild Woche 24: Noah 1, Gitterbett 0, über sich hinauswachsen als Kleinkind und Mama

My KISS for you

  • Wenn du über dich hinauswächst, rechne damit, dass sich auch deine Beziehungen verändern.
  • Manche ziehen mit, andere finden dein Wachstum bedrohlich und reagieren mit Rückzug oder Vorwürfen.
  • Schau hin, wer mitgeht und wer bremst. Das zeigt dir, welche Beziehungen Veränderung aushalten.
    LUMEA hilft dir beim Sortieren.



Ein leeres Bett auf dem Babyfon-Display und zwei leuchtende Augen wie in einer Wildtierdoku. Diese Woche hat der kleine Bär seinen zweiten Geburtstag gefeiert und sich aus dem Gitterbett befreit. Und ein Schildkröten-Wackelbrett hat mir gezeigt, warum das nicht nur sein Kinderzimmer betrifft.

Hinweis:
In diesem Artikel verwende ich KI-generierte oder KI-bearbeitete Bilder.
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Hallo mein Herz,

es ist Freitagmorgen. Ich liege im Bett und blinzle aufs Display vom Babyfon. Der Milchmann liegt auf dem Rücken und erzählt sich was. Vermutlich geht‘s um Bagger.

Ich denk mir: Gut, der tüddelt noch gemütlich vor sich hin. Augen zu, er ruft schon „Mama“, wenn er raus will.

Viertelstunde später.
Display geht an.
Ich guck drauf.

Das Bett ist leer.
L-E-E-R!

Ich schwenke die Kamera nach links. Nichts.
Nach rechts. Nichts.
Dann nach oben.
Und da sitzt er.
Auf dem großen Bett.
Guckt direkt in die Kamera, als wollte er sagen: Na, auch schon wach!?

Und weil das Babyfon zu jeder Tages- und Nachtzeit diese Nachtsichtkamera-Optik hat, wie bei einer Wildtierkamera, leuchten seine Augen.
Spoocky.

Wie sich ein kleiner Bär seine Freiheit erkämpft

Ich war so schnell aus dem Bett, ich hätte beim 100-Meter-Olympiasprint starten können.

Er hat es also geschafft.
Über die Gitterstäbe.
Halber Spagat, hochgezogen, Bein rüber, drüber.
Eine Eskaladierwand wäre ein Leichtes für ihn.
Noah: 1. Gitterbett: 0.
Mission Impossible, nur mit Schlafsack statt schwarzem Anzug.

Ich hab das kommen sehen.
Seit Wochen hat er an den Stäben gerüttelt, sich hochgestemmt, das rechte Bein auf die Kante gelegt.
Mein Zeitplan sah 14 Tage vor, seiner nur 5.

Und klar, ich bin stolz.
So viel Muskulatur, die der Kletteraffe in so kurzer Zeit aufgebaut hat.

Gleichzeitig erstellte ich meine Worst-Case-Szenario-Checkliste: Fallhöhe? Verbandsmaterial? Nächstes Krankenhaus? Bett sofort umbauen? Fallnetz installieren?

Seitdem er den nächsten Freiheitsgrad erreicht hat, ändert sich wieder einiges.
Mittagsschlaf am Wochenende?
Mit dem Geburtstagsupdate vom Kletteraffen wurde der persönlich abgeschafft.
Das Bett und die Türklinken? Wurden von uns sofort umgebaut.
Weitere Sicherheitsmaßnahmen umgesetzt.

Und diese Woche hab ich ihn auch auf dem Esstisch erwischt.
Einfach so draufgeklettert und als er mich anguckte, sagte sein Gesicht: Cool oder? Gipfel erreicht, wo ist die Flagge?

Auf dem Spielplatz hat eine Oma letztens zu ihrem kletternden Enkel gesagt: „Da kann ich gar nicht hingucken!“
Und ich dachte nur: Ja. Das steht uns jetzt auch bevor.

Doch wo ist die Grenze?
Wo sichere ich ab und wo lasse ich ihn seine eigenen Erfahrungen machen?
Wie viel traue ich ihm zu und wie viel traut er sich selbst zu?

Lernen durch Ausprobieren gehört dazu, ich weiß das.
Mein Kopf weiß das.
Mein Herz rennt trotzdem los, wenn er auf dem Esstisch thront und mich angrinst, als wäre das hier sein Haus und ich nur zu Besuch.

Was ein Schildkröten-Spiel über Veränderung verrät

Noah hat ein Schildkröten-Wackelbrett.
Eine Schildkröte auf dem Rücken, darauf werden verschieden große Steine abwechselnd gestapelt. Jedes Mal, wenn du einen Stein draufpackst, verschiebt sich das Gleichgewicht.
Du musst überlegen: Wohin damit?
Und wenn du falsch wählst, kippt die ganze Schildkröte um.
Spiel vorbei.
Leider verloren.

Seit Noah aus dem Bett klettert, liegt ein neuer Stein auf unserer Familien-Schildkröte.
Schlafort, Morgenroutine, Mittagsschlaf.
Alles wackelt.


Im Business kenne ich das gut.
Jede Veränderung bei dir packt einen Stein auf das System deiner Beziehungen, deiner Routinen, deines Umfelds.
Und die Reaktionen darauf sind so unterschiedlich wie die Steine auf dem Wackelbrett.

2015 hab ich eine Therapie gemacht.
Ich hab angefangen, genau hinzuhören, wie Menschen mit mir reden.
Was ich da gehört hab, hat mir nicht gefallen.
Hab darum gebeten, nicht mehr so respektlos und übergriffig mit mir zu sprechen.
Das fand nicht jede Freundin gut.
Ich hab Freundschaften beendet.

Mein System hatte sich daran gewöhnt, dass ich alles schlucke.
Als ich damit aufhörte, bekam mein Umfeld einen Spiegel vorgehalten, in den niemand sehen wollte.

Veränderung packt große und kleine Steine auf deine Schildkröte und auf die der anderen.
Und manche rufen dann: „Boah, seit wann biste denn so?“
Oder: „Dein neues ICH gefällt mir nicht.“

Was passiert, wenn du über dich hinauswächst und dein Umfeld nicht mitzieht?

Dein Wachstum legt einen neuen Stein aufs Wackelbrett.
Und zwar nicht nur auf deins.
Manche in deinem Umfeld ziehen flexibel mit.
Andere finden es bedrohlich, weil deine Veränderung ihnen zeigt, wo sie selbst stehen bleiben.

Du setzt deinen nächsten Stein trotzdem.
Und wer wackelt, wackelt.
Sortiert sich im schlimmsten (oder besten Fall?) selbst aus deinem Leben raus.

Mein Impuls für dich

Wenn du gerade über dich hinauswächst und spürst, dass es in deinem Leben wackelt, dann schau dir die Schildkröte an.
Deine eigene.

Wo hast du zuletzt einen Stein draufgepackt?
Und wer oder in deinem Umfeld wackelt seitdem?
Wie könntest du das Kippen der Schildkröte verhindern?


Und ist das den Preis, den du dafür zahlst, wert?

Was sonst noch los war

Ein Bär ist zwei!
FREUtag war es so weit.
Mr. Magic und ich haben den Milchmann morgens geweckt, und der war so aufgeregt, als hätte er gewusst, dass heute sein Tag ist.
Oma und Opa sind angereist.
Geschenke, strahlende Augen, ein richtig schöner Familientag.

Apropos Geschenke: Der kleine Gärtner hat eine Gießkanne bekommen.
Seitdem wird alles gewässert. Die Sonnenblumen, die Kürbisse, meine Schuhe.

Den Geburtstagskuchen hab ich zusammen mit meinem Businessbuddy Claude gebacken.
Im Café hat man mir das Rezept nicht verraten.
Also hab ich ein Foto gemacht, die Konsistenz beschrieben, und gemeinsam mit Claude habe ich ein eigenes Rezept gebaut.
Im vergleich zu meinem letzten Chat-GPT-Diatkuchen, war es dieses Mal ein wahrer Gaumenschmauß. Meine Familie hat den abgenommen.
Das ist quasi ein Ritterschlag, wenn man bedenkt, dass meine letzter Kuchen unter „ambitioniert gescheitert“ im Mülleimer entsorgt wurde.

Was mich schon Wochen vorher beschäftigt hatte, war jedoch nicht der Kuchen, sondern die Frage, ob Noah an seinem Geburtstag in die Kita geht oder zu Hause bleibt.
Einerseits wollte ich den ganzen Tag mit ihm verbringen.
Andererseits feiern sie in der Kita mit Geburtstagstisch, alle singen und klatschen und tanzen unter einer Seifenblasenwolke.
Er kennt das von den anderen Kindern.

Ich hatte ein schlechtes Gewissen und verschob meine Entscheidung.
Mein Plan: Ich entscheide spontan.
Und dann hatte die Kita Teamtag. Spontan war der nicht geplant. Vielmehr ist mir und Mr. Magic die Mail dazu durchgerutscht.
Der Schließtag hat mir meine Entscheidung abgenommen.
Ich war richtig erleichtert und hab mich gefreut wie ein Honigkuchenpferd.

Ach ja, Fußball-WM läuft auch.
Nur nicht auf unserem Fernseh.
Interessiert mich ungefähr so sehr wie Noahs Mittagsschlaf ihn interessiert.
Also: gar nicht.
Das änderte sich als mein Papa da war.
Schwups hatte ich zwei Co-Trainer auf dem Sofa sitzen.

Mal sehen, was mir die nächste Woche so bringt.
Ich werde berichten.

Hab eine Woche voller Wackeln, Klettern und Kuchen.

Mach‘s wie mein Kletteraffe und trau dich über die Stäbe.

Deine Marion Glück

P.S. Falls jemand ein Kinderbettnetz zur Ladungssicherung kennt: Ich nehme Empfehlungen entgegen.

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FAQ

Was passiert, wenn ich über mich hinauswachse und mein Umfeld nicht mitzieht?

Dein Umfeld hat sich ein Bild von dir gebaut. Wenn du da herauswächst, passt du nicht mehr in den Rahmen. Manche bauen ihren Rahmen um. Andere verteidigen ihn, mit Rückzug, Vorwürfen oder Sätzen wie: Seit wann bist du denn so?

Wie gehe ich damit um, wenn Freundschaften an meinem Wachstum zerbrechen?

Prüfe, worauf die Freundschaft wirklich aufgebaut ist. Manche Beziehungen halten Veränderung aus, weil sie auf echtem Interesse füreinander basieren. Andere bestehen nur, wenn sich nichts verändert.

Ab wann sollte ich mein Kind eigene Erfahrungen machen lassen?

Es gibt keine pauschale Antwort. Die Frage ist: Kann ich die Konsequenz verantworten? Wo die Antwort ja ist, darf das Kind ausprobieren und lernen. Wo sie nein ist, sichere ich ab.

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Marion Glück ist Mentorin für Selbstführung, Autorin und ehemalige Marineoffizierin. Sie begleitet Frauen in Führungsrollen bei strukturierter Selbstführung und Entwicklung von mentaler Stärke. Ihre Arbeit als systemische Coach und psychologische Beraterin basiert auf Biografiearbeit, unternehmerischem Denken und persönlicher Erfahrung. Mit LUMEA hat sie eine DSGVO-konforme KI-Begleiterin für Reflexion und innere Klarheit entwickelt.

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