Frau mit Mann und Kind in einer Kinderarztpraxis

My KISS for you

  • Klare Zuständigkeiten fühlen sich sicher an, verhindern aber nicht, dass am Ende trotzdem etwas durchs Raster fällt.
  • Missverständnisse vermeiden gelingt erst, wenn beide Seiten denselben letzten Schritt vor Augen haben. Zuständigkeit allein reicht dafür nicht.
  • Den scheinbar banalen letzten Handgriff einmal laut benennen, bevor man sich auf die Absprache verlässt.


Diese Woche ist beim Bären richtig was schiefgegangen, buchstäblich in die Hose. Schuld war eine Lücke zwischen zwei Annahmen: Jeder dachte, der andere macht die Windel. Erinnert mich an das Gurken-Gate.

Hinweis:
In meinem Blog verwende ich teilweise KI-generierte oder KI-bearbeitete Bilder. Diese sind jeweils gekennzeichnet.
Als Service für dich habe ich im Beitrag Produkte oder Dienstleistungen verlinkt. Affiliate-Links sind mit einem Sternchen (*) gekennzeichnet. Ich erhalte bei deinem Einkauf eine Provision, ohne dass du mehr zahlst. 



Hallo mein Herz,

Sonntag, war großer Kleinanzeigen-Tag bei uns. Ich sitze mit dem Bär im Bad, er will aufs Töpfchen, ich knöpf’ ihm gerade die volle Windel ab. Da klingelt unser 11:00-Uhr-Termin.

Der Windel-Vorfall vom Kleinanzeigen-Sonntag

Ich frag’ noch schnell: „Mr. Magic, übernimmst du Kleinanzeigen oder den Bär?“ Er entscheidet sich für Noah. Klarer Fall, sauber verteilt.

Nachdem die Kinderklamotten erfolgreich die Besitzerin gewechselt haben, gebe ich mich der Küchenmeditation hin und schnipple Kartoffeln fürs Mittagessen.
Nebenbei höre ich meine beiden Männer über die nasse Hose des kleinen Mannes reden.

Meine erste Vermutung, direkt aus der Küche gedacht: Die Windel war undicht.
Der Gedanke „Markenwindel vs. Discounterwindel“ schließt sich an.
Ich steh’ da mit dem Kartoffelschäler und lass meine innere Markenexpertin Saugkerne vergleichen, bevor mir auffällt, wie absurd das gerade ist, als Mr. Magic zur Tür reinkommt und dieser Dialog stattfindet.

Ich (neugierig): „War die Windel undicht? Hat er dranvorbeigepiescht? Was war’s?“
Er (sachlich): „Ganz banal. Er hatte gar keine Windel an.“
Ich (irritiert): „Äh? Hast du ihm keine umgemacht?“
Er (sachlich): „Nee, ich dachte, du hast ihm eine umgemacht?“
Ich (noch mehr irritiert): „Wie denn?! Er saß doch auf dem Pott.“
Er (sachlich): „Als ich reinkam, stand er mit hochgezogener Hose vor mir.“
Beide: lachen sich schlapp.

Der Schlingel hatte in den 30 Sekunden, bevor Mr. Magic ihn übernahm, längst selbst entschieden: Fertig, ohne Pieschen. Aufstehen. Hose hoch. Ich will wissen, wer die fremden Stimmen sind.
Die Neugier hat er wohl von mir.

Der eine denkt, der andere regelt, und umgekehrt.
Zwei vernünftige Annahmen, ohne den Milchmann einzukalkulieren.
Unser Fehler!

What hammer wieder jelacht!

Warum passiert dieselbe Lücke gleich zweimal?

Weil „wer macht’s“ selten laut ausgesprochen wird. Je nachdem, wer zuerst handelt, fehlt am Ende etwas, oder es verdoppelt sich.

Das ist uns schon mal passiert.
‚Gurken-Gate‘ war genau das Gegenteil in unserer Familiengeschichte.
Wir hatten beide gesagt, wir brauchen Gurken fürs Wochenende.
Wer sie kauft, haben wir nie festgelegt.
Ergebnis: 12 Gurken im Kühlschrank.
In Worten: ZWÖLF!

Gleiche Ursache, andere Richtung.
Beim Bär fehlte was, weil beide dachten, der andere macht’s.
Bei den Gurken war’s doppelt, aus demselben Grund: mangelhafte Absprache.

Ich hab zwölf Jahre Marine hinter mir, dazu die ganze systemische und psychologische Ausbildung obendrauf.
Klare Kommunikation ist quasi mein Handwerk.
Trotzdem reicht ein hektischer Sonntag, damit‘s in die Hose geht, weil „Wer macht die Windel“ in dem Moment einfach zu banal und kleinteilig klingt, um es extra auszusprechen.

Und nur fürs Protokoll: Aus Businessmeetings kenn’ ich das genauso.
Ein Team bekommt eine klare Aufgabe, ein Projekt wird sauber übergeben, jeder weiß, wer zuständig ist.
Trotzdem fällt am Ende ein winziger Schritt durchs Raster, weil Ross und Reiter:in nicht namentlich verantwortlich gemacht werden.

Warum reicht eine klare Aufgabenverteilung nicht, um Missverständnisse zu vermeiden?

Eine klare Aufgabenverteilung allein hilft nicht, Missverständnisse zu vermeiden. Sie sagt nur, wer zuständig ist.
Sie sagt nichts darüber, ob beide Seiten dieselbe Vorstellung vom konkreten Ablauf haben.
Genau diese Lücke hat uns am Sonntag erwischt.

Im Job halte ich jeden Projektschritt vertraglich fest.
Wer macht was bis wann und wozu.
Zu Hause verlasse ich mich drauf, dass wir uns eh verstehen, auch ohne die Extra-Ansage.

Mein Impuls für dich

Sprich bei der nächsten Übergabe, ob zu Hause oder im Team, den letzten Schritt einmal aus, auch wenn er dir banal vorkommt.
Ein simples „Denkst du bitte an die Windel?“ hätte uns eine sonntägliche Putz- und Wäscherunde erspart.

Wo in deinem Alltag verlässt du dich gerade auf eine stille Annahme, in der Hoffnung „Wird schon gut gehen“, obwohl du das Gefühl hast, dass es den einen Satz gebraucht hätte?
Und wann ging‘s in die Hose, und du hattest zwölf Gurken im Kühlschrank, weil du auf den Satz verzichtet hast?

Was sonst noch los war

Montag und Dienstag feierte ich mit dem Bären die Streptokokkenparty.
Morgens lang im Bett gekuschelt, gemütlich gefrühstückt, dann raus aus dem Haus für einen langen Spaziergang.
Für einen Moment fühlte sich das komplett nach Ferien an.
Dann kam der „Friendly Reminder“ meines Kalenders: ganz normaler Arbeitstag, nur eben im Kind-krank-zu-Hause-Modus.
Ich mochte dieses Feriengefühl, auch wenn mir gleichzeitig meine Aufgabenliste im Kopf rumspukte.

Am Mittwoch ging der Bär wieder zur Arbeit in die Kita, und ich verlängerte meine Ferien.
Mit meiner Freundin Anja traf ich mich zum Frühstück und entdeckte die wunderbare Idylle in der Domäne Dahlem.
Ein Dorf mit ökologischer Landwirtschaft mitten in Berlin, und in 300 Meter Luftlinie fährt die U-Bahn.
Wie krass ist dieser Gegensatz?!

Und wie ich auf dem Rückweg allein so durchschlenderte, blieb ich vor der Werkstatt eines Möbelrestaurators stehen.
Die Tür war offen, ich fühlte mich eingeladen, Herr Sturm-Larondelle und ich verfielen ins Plaudern.
Danach hatte ich drei Essays von ihm in der Hand und überlegte, wann ich mich zum Studium mit Praktikum anmelde.

Trotz Streptokokkenparty oder gerade deswegen, hab ich eine neue 0-Euro-E-Mailserie für die eigene Standortbestimmung kreiert.
Der Sommerurlaub bietet aus meiner Sicht eine perfekte Möglichkeit, um zu überlegen, wo man mal genauer hinschauen darf.

Und dann die Nachricht, auf die ich richtig gewartet hab’: Mein Raunächte-Journal ist aus dem Lektorat zurück, überarbeitet, bereit für Buchsatz und Probedruck.
Die heiße Phase, endlich.

Diese Woche nehm’ ich vor allem eins mit: Auch die banalsten Sätze verdienen es manchmal, ausgesprochen zu werden.

Komm gut durch die Woche, mein Herz.

Deine Marion Glück

P.S. Wir haben mittlerweile den Windelstatus auf unserem Standardübergabeprotokoll ergänzt. Lessons Learnt ist erfolgreich abgeschlossen.

Du willst dranbleiben?
LUMEA ist Marion für die Handtasche. Deine digitale Reflexionsbegleiterin, rund um die Uhr.

FAQ

Was kann man tun, um Missverständnisse zu vermeiden?

Den letzten, oft unausgesprochenen Schritt einer Absprache oder Übergabe laut benennen, statt ihn stillschweigend vorauszusetzen.

Wie kann man Missverständnisse in der Kommunikation vermeiden?

Klare Zuständigkeit reicht nicht aus. Entscheidend ist, ob beide Seiten dieselbe Vorstellung von der finalen Umsetzung haben.

Warum passieren Missverständnisse trotz klarer Zuständigkeiten?

Weil eine Zuständigkeit nur klärt, wer verantwortlich ist, nicht aber, wer eine Aufgabe übernimmt, die in beide Zuständigkeitsbereiche fallen könnte.

Impulse von mir. Fü(h)r dich.

Gedanken, Fragen und Perspektiven für Führungskräfte.

Du wirst Teil meiner Community. Abmeldung jederzeit mit einem Klick möglich.

Marion Glück ist Mentorin für Selbstführung, Autorin und ehemalige Marineoffizierin. Sie begleitet Frauen in Führungsrollen bei strukturierter Selbstführung und Entwicklung von mentaler Stärke. Ihre Arbeit als systemische Coach und psychologische Beraterin basiert auf Biografiearbeit, unternehmerischem Denken und persönlicher Erfahrung. Mit LUMEA hat sie eine DSGVO-konforme KI-Begleiterin für Reflexion und innere Klarheit entwickelt.

{"email":"Email address invalid","url":"Website address invalid","required":"Required field missing"}
Insert Custom Menu
>
Datenschutz-Übersicht

Diese Website verwendet Cookies, damit wir dir die bestmögliche Benutzererfahrung bieten können. Cookie-Informationen werden in deinem Browser gespeichert und führen Funktionen aus, wie das Wiedererkennen von dir, wenn du auf unsere Website zurückkehrst, und hilft unserem Team zu verstehen, welche Abschnitte der Website für dich am interessantesten und nützlichsten sind.

×