My KISS for you
- Als Mutter sollst du gefühlt jede Regel mitmachen, auch wenn sie nur Zeit und Nerven kostet.
- Wer deine Entscheidung kommentiert, trägt die Folgen nicht. Du schon.
- Eigenverantwortung übernehmen heißt, jede Regel zu prüfen und selbst zu entscheiden, was in dein Leben passt.
40 Grad im Schatten, ein klatschnasser kleiner Bär und meine persönliche Herausforderung, welche Wäscheständerfarbe zu unserer Gruppe gehört.
Diese Woche hab ich mir das ganze Umziehen einfach gespart.
Und mir damit prompt eine kleine Grundsatzdebatte eingehandelt.
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Hallo mein Herz,
es ist heiß.
Volle Lotte High-End-Sommer.
Die Sorte Hitze, bei der man morgens schon klebt.
In der Kita haben sie bei den Temperaturen die Gartenschläuche rausgeholt.
Genau das richtige für unseren „Feuermann“.
So nennt er sich selbst, weil Feuerwehrmann noch zu schwer ist.
Er steht dann breitbeinig da und hat den Schlauch zwischen den Beinen.
Quietschend sagt er dann „Wasser an!“ und ist überglücklich.
Klatschnass auf dem Autositz
Ich kam zum Abholen, und da stand meine kleine Wasserratte, von oben bis unten nass, und überall noch der gröbste Sand vom Buddeln.
Der von der Kita geplant Ablauf ist so:
Kind abspülen, ausziehen, trockene Sachen finden und anziehen.
Nasse Klamotten werden auf dem zur Gruppe gehörenden Wäscheständer aufgehängt.
Freitags nimmt man alles mit nach Hause zum Waschen und montags bringt man es sauber wieder mit und legt es in die „Schwimmkiste“, die in der Umkleide hinter der Tür steht.
Die Einweisung dazu gab es beim Entwicklungsgespräch in der Vorwoche.
Schon als ich aus der Tür raus war, bekam ich den Ablauf nicht mehr auf die Reihe.
Diese Woche hab ich gedacht: Och nö.
Also hab ich ihn erstmal mit dem Schlauch abgesprüht, damit der grobe Sand runter ist.
Dann eine Plastiktüte auf den Autositz gelegt, ein Handtuch obendrauf, und dann Noah, so sandig und nass wie er war.
Wir fuhren nach Hause.
Ich öffnete die Autotür, schnallte ihn ab und zack, rannte er auch los.
Rein in den Garten und rauf auf die Wiese.
Schnappt sich den Rasensprenger und gibt das Kommando „Wasser an!“
Was war das entspannt für mich.
Kein Theater, kein Umziehkampf, und die trockenen Sachen waren ohnehin nur noch für die Wäschetonne, denn auf denen konnte ich die Speisekarte des Tages ablesen.
Und Mr. Magic, der die Übergabe ein paar Tage später macht, guckt mich an und grinst sein „Clever.“
Womit die Sache für mich erledigt war.
Heißt Eigenverantwortung übernehmen, jede Kita-Regel abzulehnen?
Nein. Für Mütter in Führungspositionen, die ihren Tag ohnehin im Minutentakt jonglieren, ist die wichtigere Frage eine andere: Welche Regel dient meinem Kind und passt in mein Leben, und welche mache ich nur mit, weil man das eben so macht?
Mich erinnert das an etwas, das ich aus meinen zwölf Jahren Marine mitgenommen habe.
Eine Regel hat fast immer einen guten Grund.
Die Frage ist nur, ob ich diesen Grund kenne, oder ob ich nur ein Ritual nachturne, weil es schon immer so war.
An der Ampel bin ich da übrigens eisern.
Da bleiben wir bei Rot stehen, auch wenn neben uns jemand einfach rübergeht.
Weil es um Sicherheit geht und weil ich genau das meinem kleinen Bär vorleben will, für den Tag, an dem er allein unterwegs ist.
Beim Umziehen geht es um nichts davon.
Es geht um meine Zeit, meine Nerven und meine Struktur.
Und über die entscheide ich.
Meine Erkenntnis
Mein erster Reflex, wenn jemand meine Entscheidung kommentiert, ist eine Frage an mich selbst: Hab ich da was falsch gemacht?
Ich halte diesen Reflex für gut.
Er sorgt dafür, dass ich mich überhaupt hinterfrage, statt stur durch die Welt zu marschieren.
Es braucht nur auch den zweiten Schritt danach.
Die Frage nach dem Sinn.
Und der darf mehr sein als ein trotziges ISSO, das ja eigentlich für „Ich schrei sonst!“ steht.
Erst bei mir gucken, dann bei mir bleiben.
Das ist für mich der Kern davon, Eigenverantwortung zu übernehmen.
Denn wer meine Entscheidung kommentiert, muss nicht mit meinem Kopfchaos leben und steht nicht am Wäscheständer.
Die Folgen trage ich.
Also gehört die Entscheidung auch mir.
Sobald ich das wieder weiß, rückt das Geraune um mich herum in den Hintergrund.
Es verschwindet nicht.
Aber es zieht nicht mehr so an mir.
Mein Impuls für dich
Vielleicht magst du diese Woche bei einer einzigen Sache mal hinschauen, die du jeden Tag mitmachst, einfach weil man das so macht oder weil dein Autopilot bereits das Steuer übernommen hat.
Frag dich, wer die Folgen trägt. Vor allem, wenn es anstrengend ist.
Wenn die Antwort „DU“ ist, dann darfst du diese Entscheidung auch für dich treffen.
Was wäre, wenn du es einfach mal anders machst?
Und wenn dann jemand die Augenbraue hochzieht, lass den ersten Blick ruhig zu dir selbst gehen. Bleib nur nicht dort hängen.
Was sonst noch los war
Die Hitze hat unseren Wochenplan ganz schön durcheinandergewirbelt.
Das Mama-Fest? Ausgefallen.
Ich hab entschieden, bei den Temperaturen daheim zu bleiben.
Mr. Magic und ich haben uns aufgeteilt.
Er ist mit den Mädels ins klimatisierte Shoppingcenter gefahren, was ich ohnehin meide wie die Katze das Wasser.
Ich hingegen war der Premiumservice für den Milchmann.
Wir haben den ganzen Samstagvormittag mit dem Staubsauger gespielt und die Ameisen zurückgedrängt.
Deren Brut ist nämlich bei der Hitze geschlüpft und war der Meinung, unser Wohnzimmer beziehen zu können.
Aber nicht mit mir!
Apropos auf mich achten: Meine Osteopathin hat mir spontan einen Platz bei ihrem Bioresonanztest angeboten, und ich hab einfach Ja gesagt.
Terminkalender über den Haufen geworfen und neugierig ausprobiert.
Der Test läuft noch bis einschließlich nächste Woche.
Beruflich steckt LORELEY mitten in der zweiten Testphase.
Da kribbelt es gerade ordentlich, und ich erzähle dir bald mehr.
Und dann war da noch die Schulaufführung von einem Zwilling.
Dreieinhalb Stunden, bis halb zehn am Abend.
Für meinen kleinen Bär wäre das nichts gewesen.
Also hab ich ihn ins Bett gebracht und danach in Ruhe meine Buchlesung für den Sternenkindertag vorbereitet.
Wir haben außerdem schon den Geburtstag der Mädels geplant.
Nächste Woche ist es soweit und sie werden 13 und ich werde berichten.
Hab eine schöne Zeit.
Deine Marion Glück
P.S. Plastiktüte plus Handtuch schlägt Umziehkampf. Das ist mein ganz persönlicher MacGyver-Moment diese Woche.
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FAQ
Eigenverantwortung übernehmen bedeutet, selbst zu entscheiden, welche Regeln sinnvoll sind, und für die Folgen dieser Entscheidung geradezustehen.
Frag dich bei jeder Regel, wer die Konsequenzen trägt. Liegt die Verantwortung bei dir, darfst du auch entscheiden, wie du es machst.
Weil der Reflex, es allen recht zu machen, und die Angst vor fremden Urteilen die eigene Entscheidung überlagern. Sobald klar ist, dass die Verantwortung bei dir liegt, verlieren diese Urteile an Gewicht.
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