My KISS for you

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Noah stand am Zaun. Oma und Opa waren gerade abgefahren. Und dann kamen die Tränen.
Früher hätte ich mit ihm mitgelitten. Das mache ich nicht mehr, seitdem ich angefangen habe, echte Empathie zu lernen. Für mich ist das der Unterschied zwischen mitfühlen und mitleiden.
Eine kleine Veränderung mit großer Wirkung.



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In diesem Artikel verwende ich KI-generierte oder KI-bearbeitete Bilder.
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Hallo mein Herz,


am Wochenende waren meine Eltern zu Besuch.
Was war die Freude groß.
Doch am Sonntag kam dann die Schattenseite.
Oma und Opa sind wieder ins Auto gestiegen.
Tür zu.
Motor an.

Der kleine Bär steht am Zaun und schaut ihnen schreiend nach.
„Oma. Opa.“ und dann kommen die Tränen.
Während er jämmerlich schluchzt, stehe ich daneben.

Mein erster Impuls: schnell irgendwas tun. Den Schmerz kleiner machen. Ihn ablenken mit „Schau mal ein Ball“. Irgendwas.
Ich mache nichts davon.
Bleibe einfach neben ihm stehen.

Als er jeden Morgen nach ihnen fragte

Seit Ostern fragt der kleine Bär täglich nach Oma und Opa.
Direkt nach dem Augenaufmachen folgt „Oma? Opa?“.

Also rufen wir manchmal auf dem Weg zur Kita einfach an.
Zwei Minuten ihre Stimmen hören und er strahlt.

Am vergangenen Donnerstag war ich morgens beim Einkaufen, als mein Handy klingelte.
Meine Eltern waren dran.
Sie kämen gerne einen Tag früher als geplant (also nicht am ersten Mai, sondern in 6 Stunden!) und würden Tante und Onkel zum Kaffee mitbringen.
Ob das ginge?

Flexoffice hat Vorteile.
Also habe ich alles umgestellt.
Es war richtig schön.

Meine Tante und mein Onkel sind nach Kaffee und Kuchen direkt weitergefahren und wir haben uns ein schönes Wochenende gemacht.

Haben uns einem DIY-Projekt gewidmet, ein bisschen gegärtnert und waren jeden Tag in der Eisdiele.
Meist hatte der Bär mehr Schokoeis auf dem Body als im Bauch.

Sonntag war dann Abreisetag.
Das Auto war vollgeladen und der Abschied nahte.
Noah saß bereits im Auto und meckerte, als ihn Mr. Magic rausnahm.
Wir liefen alle mit zum Zaun und winkten.
Und als das Auto weg war, kullerten die dicken Tränen.

Was ist der Unterschied zwischen Mitgefühl und Mitleid?

Mitgefühl ermöglicht es, den Schmerz des anderen vollständig mitzufühlen.
Er läuft einmal durch das eigene System und tritt vollständig wieder aus.

Mitleid lässt den Schmerz des anderen ins eigene System hinein, und dort bleibt er.
Man ist selbst so sehr betroffen, dass man „mit leidet“. Das raubt Energie.

Gerade für Mütter in Führungspositionen ist das ein wichtiger Unterschied: Wer mitleidet, erschöpft sich. Wer mitfühlt, behält seine Energie.

Ich habe meinen Bären in den Arm genommen und gesagt: „Es ist okay, dass du traurig bist.“

Weil es das ist.

Ich habe seinen Herzschmerz gefühlt, der in diesem Moment nicht gelindert werden kann.

Mitgefühl betrachtet von Außen und bleibt beim anderen, während Mitleid ins eigene Innere wandert. Dann dreht sich alles nur noch um den eigenen Schmerz beim Zuschauen.

Auf dem Weg ins Haus haben wir über seinen Geburtstag geredet.
Er ist zwar noch nicht mal zwei, doch er versteht mehr, als man sich denkt.

Ich habe ihm erzählt, dass Oma und Opa dann wiederkommen.
Und in den verbleibenden sechs Wochen rufen wir wieder ganz oft an.

Er hat noch einmal geschluchzt und dann hat er aufgehört zu weinen.
Vielleicht waren die Akzeptanz von dem, was ist, und die Aussicht auf das, was kommen wird, die Hilfe, die er brauchte, um den Trennungsschmerz und die damit verbundene Traurigkeit zu durchfühlen.

Meine Erkenntnis

Noah reißt sich nicht zusammen.
Er weint, wenn er traurig ist (oder wütend, enttäuscht, anders verletzt).

Ich habe ihn schon so oft vor Schmerzen schützen wollen.
Vor dem Weinen und der Schwere, die damit einhergeht.
Doch so läuft das nicht.
Das ist nicht meine Aufgabe.

Er muss seine eigenen Gefühle durchfühlen.
Das kann ich ihm nicht abnehmen.
Was ich für ihn tun kann, ist, mit ganzem Herzen bei ihm sein und ihn in den Arm nehmen und trösten.

Später kommt dazu, dass ich ihn frage, was er braucht, damit sich das Gefühl verändern kann.

Mein Impuls für dich

Das nächste Mal, wenn jemand vor dir weint, ein Kind, eine Kollegin, eine Freundin, mach kurz einen inneren Check: Bin ich gerade bei ihr? Oder bin ich gerade bei mir?

Mitgefühl bleibt beim anderen.
Wenn du mitleidest, hast du möglicherweise noch eine Baustelle, die es zu schließen gilt.

Wenn du nicht weißt, was du sagen sollst, frage, was dein Gegenüber gerade braucht.

Wann war das letzte Mal jemand mit ganzem Herzen bei dir, hat dir deine Gefühle zugestanden, dir zugehört und dich gefragt, was du brauchst, damit sich das Gefühl verändern kann?

Wenn dir das schon lange fehlt, dann ist LUMEA möglicherweise was für dich.

Was sonst noch los war

Die Woche war ruhig geplant.
Doch unverhofft kommt oft.
Mit einer Mail am Montagabend brach der Arbeitsstaudamm und sprengte damit meinen chilligen Kalender.

Die Zeit für die Fitte habe ich mir trotzdem genommen.
Und um den Kopf freizubekommen, waren wir auch fast jeden Tag auf dem Spielplatz.
Am Dienstag hat mir Noah dort kräftig in den Finger gebissen und das kam so:
Noah hatte sich Kiessteine in den Mund gesteckt.
Ich bin helikoptermomstermäßig natürlich sofort hingesprungen, um sie rauszupulen.
Ich habe jedes Mal Angst, dass er daran ersticken könnte.

Und statt mir für meine Rettung dankbar um den Hals zu fallen, hat er sich stattdessen in meinen Finger verbissen.
Nicht so ein bisschen dran knabbern, sondern pitbullmäßig richtig fest.

Das Wort „verbissen“ trifft es perfekt.
Diese kleinen Zähne sind richtig scharf.
Mir standen sofort die Tränen in den Augen, so weh hat das getan, und mein Finger war am Abend noch rot und geschwollen.

Und dann kam der bereits erwähnte überraschende Anruf am Donnerstag, der die volle Woche in einem entspannten, langen, schönen Wochenende ausklingen lies.

Nächste Woche probiere ich es noch einmal mit einer ruhig geplanten Woche.
Ob das gelingt, liest du nächste Woche.

Deine Marion Glück

PS: Am Tag der Arbeit habe ich tatsächlich gearbeitet. Aber nur kurz, um meiner Community einen Newsletter zu schreiben.


FAQ

Was bedeutet Empathie lernen?

Empathie lernen heißt, den Unterschied zwischen Mitgefühl und Mitleid zu kennen. Mitgefühl bleibt beim anderen. Mitleid zieht einen selbst in den Schmerz hinein und kostet langfristig Energie.

Wie erkenne ich, ob ich gerade mitfühle oder mitleide?

Mach den einfachen inneren Check und frage dich: Bin ich gerade bei ihr oder bei mir? Wer beim anderen ist, fühlt mit. Wer bei sich ist, leidet mit.

Wann wird Mitleid zur Belastung?

Immer dann, wenn der Schmerz anderer im eigenen System hängen bleibt. Wer täglich mit den Gefühlen vieler Menschen in Kontakt kommt, merkt schnell, wie erschöpfend das sein kann.

Impulse von mir. Fü(h)r dich.

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Marion Glück ist Mentorin für mentale Gesundheit, Autorin und ehemalige Offizierin. Sie begleitet Führungskräfte in herausfordernden Zeiten und verbindet psychologische Tiefe, unternehmerisches Denken und persönliche Erfahrung.

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