Marion Glück im Auto, Titelbild Blogartikel Komfortzone verlassen, Mamablogtagebuch Woche 22 2026

My KISS for you

Die Komfortzone zu verlassen heißt, sich einzugestehen, dass „ich kann nicht oft „ich will nicht bedeutet. Der erste Schritt ist selten ein Sprung in die Panikzone, sondern eher ein Tippelschritt in die Wachstumszone.



Mein Sohn hat mich diese Woche aus seinem Zimmer geworfen. Er ist nicht mal zwei. Zuerst habe ich gedacht, ich hör‘ nicht richtig, und dann bin ich gegangen, weil der Babyboss mir die Augen geöffnet hat. Darüber, was Komfortzone verlassen wirklich bedeutet.



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In diesem Artikel verwende ich KI-generierte oder KI-bearbeitete Bilder.
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Hallo mein Herz,

es war kurz nach sieben.
Es folgte die übliche Abend-Einschlafroutine: Schlafi an, Zähne putzen, Gute-Nacht-Sagen, Otti an und Tuch in den Mund.
Dann bekommt er eine Milch.
Wenn er ausgetrunken hat, erzählt er sich noch was, während ich im Bett nebendran meditiere.
Wenn er eingeschlafen ist, schleiche ich mich raus.
So läuft das bei uns.
Jeden Abend.

Bis zu dieser Woche.

Wie ein Milchmann die Flasche in die eigene Hand nimmt

Noah ist, was ich liebevoll und fröhlich einen Spätentwickler nenne.
Er hat spät gesessen, viel später selbstständig gestanden, erst mit anderthalb angefangen zu laufen.
Er ist also vollkommen normal, denn so war das bei mir damals auch.
Der Apfel und der Stamm, du weißt schon.

Er ist auch ein wenig faul. Oder er genießt den Luxus. Ganz sicher sind wir uns noch nicht.
Denn seine Milchflasche hat er bis Donnerstag nicht alleine gehalten.
Warum auch selbst halten, wenn Mama das erledigt?
Er genießt sein Hotel MaPa mit Vollpension und Zimmerservice.

Dann hab‘ ich ihn letzte Woche mal wieder gefragt: „Kannste mal selbst halten?“

Ich hatte einen schweigsam schmatzenden Bären erwartet.
Doch dieses Mal hat er mich angeguckt und die Flasche übernommen.
Einfach so.

Krass, dachte ich, und legte mich hin und versuchte zu meditieren.
Ja, ich versuchte es, denn ich war so erstaunt, dass ich immer wieder abgelenkt war und genau lauschte, was als Nächstes passieren würde.

Nach dem Schmatzen, hörte ich, wie er aufstand.
Ganz vorsichtig lehnte er sich über den Bettrand und stellte mir die leere Flasche ans Fußende und flüsterte die Frage: „Mama?“

Der kleine Bär hat das System verstanden: Flasche leer, Flasche zurückgeben, damit es um 22.30 Uhr Nachschub gibt.
Awww. Ich fand das ja sehr süß und regte mich nicht, weil ich neugierig war, was passieren würde.
Er legte sich hin und schlief ein.

Am nächsten Tag lief das Ganze dann schon anders.
Er übernahm die Flasche mit der Ansage „selber“.
Als er fertig war, rief er: „Mama, Milli leer“ und hielt mir die Flasche entgegen.

Und dann kam der Hammer, denn es folgten die Worte „Mama, raus.“
Ich dachte, ich hätte mich verhört, und fragte: „Du willst, dass ich rausgehe?“
Seine einfache Antwort war: Ja.

Er hat mich quasi aus seinem Zimmer rausgeschmissen.
Einschlafbegleitung beendet.
Als würde er sagen: „Danke für den Service, wird ab jetzt nicht mehr benötigt. Bitte schließen Sie die Tür hinter sich.“

Ich ging, schloss die Tür, stand im Flur und musste lachen, denn im Kopf lief der Film „I’ll be back, Milchmann“. Morgen Abend, gleiche Uhrzeit. „Same procedure …“

Warum trauen sich Mütter in Führungspositionen manchmal weniger zu, als sie können?

Weil die Komfortzone sich so gemütlich anfühlt, dass wir vergessen, wie viel wir eigentlich draufhaben. Und weil manchmal einfach niemand fragt: „Kannste mal selber?“

Das Kind, das seine Flasche angeblich nicht alleine halten konnte, hat sie in die Hand genommen, ausgetrunken, zurückgebracht und seine Mutter vor die Tür gesetzt. Im wahrsten Sinne des Wortes die Sache selbst in die Hand genommen.

Ich kenne das in mir selbst.
Da ist ganz, ganz viel „Das kannst du doch nicht machen“ in meinem Kopf.
Mein innerer Sicherheitsoffizier hat Dauerschicht.
Sobald etwas Neues am Horizont auftaucht, durchforstet er seine Liste mit Gründen, warum das alles schiefgehen wird und ich es besser gleich sein lasse.

Aber wenn ich mir dann meine Ziele angucke, merke ich: Mit Angst komm’ ich da nicht hin.
Die Ziele ziehen mich förmlich raus aus meiner Komfortzone.

Es gibt übrigens drei Zonen: Komfortzone, Wachstumszone und Panikzone.
Der Trick ist, dass der Schritt in die Wachstumszone reicht.
Nur ein Tippelschritt.
Klein genug, dass du nicht in Panik gerätst und dich zurück aufs Sofa flüchtest.
Manchmal so klein, wie den großen Zeh ins kalte Wasser halten.
Nur mal testen.
Bis der Schritt groß genug ist, dass du wächst.
Dich also ans kalte Wasser gewöhnt hast.

Noah hat genau das gemacht.
Flasche selbst halten.
Daran wachsen.
Und als das saß, kam der nächste Schritt: Mama rausschmeißen.
Ging leider von einem Tag auf den anderen.

Babysteps. Im wahrsten Sinne des Wortes.

Durch diese Situation hat er mir aufgezeigt, dass das Verlassen der Komfortzone manchmal nur eine einzige ehrliche Frage braucht: Kann ich wirklich nicht oder will ich einfach nicht?

Wenn der Milchmann dir zeigt, wo‘s langgeht.

Ich begleite Frauen in Führungspositionen, die nach außen souverän wirken und sich trotzdem weniger zutrauen, als sie können.
Manchmal aus Bequemlichkeit, weil jemand anders die Flasche hält.
Manchmal aber auch, weil jemand ihnen gesagt hat, die Flasche sei zu schwer.
Kurz gesagt: Sie trauen sich nicht, ihre Komfortzone zu verlassen, weil sie überzeugt sind, dass der andere recht hat.
Manchmal ist es auch ein „Ich kann das nicht“ und damit meinen sie „Ich traue mich noch nicht.“

Und dann kommt mein fast Zweijähriger und zeigt mir, dass Eigenverantwortung manchmal dann beginnt, wenn jemand dir zutraut, es selbst machen zu können.
Ein Satz reicht.
Bei ihm war es: „Kannst du mal selbst halten?“ und plötzlich will er.

Die Flasche war schon lange nicht mehr zu schwer.
Er hat sie sich nur halten lassen, weil es ging.
Haben wir ja immer so gemacht.

Vielleicht ist das bei dir ähnlich.
Möglicherweise gibt es etwas, das du längst kannst, bei dem du aber so tust, als wärst du noch nicht bereit.
Und vielleicht braucht es nur diesen einen Menschen, der dir sagt: Mach mal. Du kannst das.
Manchmal ist es aber auch das Leben, das es dir vor die Füße kippt, dich zwingt und sagt: „Jetzt musst du!“

Mein Impuls für dich

Wo in deinem Leben lässt du dir gerade die Flasche halten und bist damit in der Abhängigkeit gefangen?

Vielleicht nimmst du dir heute einen Moment und fragst dich: Was würde passieren, wenn ich es selber mache?


Der nächste Schritt muss ja nicht gleich der Großeinkauf von Milch, also ein Riesenschritt sein.
Vielleicht ist dein Schritt eher so klein wie eine Milchflasche in die Hand nehmen.
Und wenn die Kraft da ist, dann mach den nächsten Schritt.

Was sonst noch los war

Apropos in die Hand nehmen.
Diese Woche hab ich die Terrasse in die Hand genommen.
Moos abgekratzt, Blumen umgetopft, alles hübsch gemacht.
War lange überfällig, denn der Frühling ist fast schon vorbei.
Jedenfalls laut meinem inneren Kalender.

Am Mittwoch hab ich Nele kennengelernt.
Wir haben einen Walk and Talk gemacht (ich wurde ihr empfohlen, wir kannten uns vorher nicht).
Nele baut gerade ein richtig tolles Produkt für Sterneneltern.
Ich freue mich, wenn ich das bald testen darf, und unterstütze solche Projekte gerne, denn sie machen für Familien, die ihr Kind verloren haben, womöglich einen großen Unterschied und geben Halt an der richtigen Stelle.

Freitag war ich mit einer befreundeten Unternehmerin in Berlin verabredet.
Wir hatten ein erstklassiges Abendessen, haben einen Spaziergang gemacht, am Wasser gesessen und den warmen Sommerabend genossen.
Du weißt schon, wenn die Luft warm ist und alles ein bisschen nach Urlaub riecht, obwohl du nur 30 Minuten von zu Hause weg bist.
Okay, Urlaub in einer Großmetropole riecht anders als der am Strand.
Dit is Berlin, sag ich nur.

Und wie es der Zufall so will, lief mir ein alter Bekannter über den Weg, und so hatten wir neben dem schönen Abend gleich noch ein ungeplantes Happy Net(t)work-Event genießen.

Samstag wollte ich eigentlich bei den Potsdamer Tanztagen einen Workshop mitmachen.
Hat leider nicht geklappt.
Meine Dirty Dancing Potsdam Edition fiel für mich ins Wasser, dabei war ich wirklich neugierig was sich hinter Osteodanse verbirgt.
Stattdessen bin ich auf die Freundschaftsinsel spaziert und hab dort eine Foto-Location für neue Webseitenbilder entdeckt. Plan B kann manchmal richtig was.

Ach, und der kleine Bär? Der ist am Mittwoch dreimal aufs gleiche Knie gefallen. Das Aufheulen wurde mit jedem Mal stärker, die Wunde größer, und ich hab kurz überlegt, ob ich ihm Knieschoner aus dem Skatershop besorge.

Er hat diese Woche auch zum ersten Mal „LORELEY“ gesagt.
Ich zeige ihm immer wieder das Foto seiner Sternenschwester, das am Kühlschrank hängt.
In letzter Zeit spreche ich auch öfter über meine nach ihr benannte KI-Assistentin, die Sterneneltern nach einem Verlust begleitet.
Jetzt hat der Milchmann das Wort aufgeschnappt und nachgeplappert.
Lo-le-lei. Lo-le-lei. Immer wieder. Ich vermute, dass er den Klang mag.

Außerdem laufen die Geburtstagsvorbereitungen auf Hochtouren, denn in ein paar Tagen wird der Milchmann schon zwei.
Die Gästeliste steht und ich denke: Wo ist die Zeit hin?
Gestern hat er die Flasche nicht alleine gehalten und heute schmeißt er mich aus seinem Zimmer raus. #Vorpubertier
Aber genug vom Abschweifen.


Ich wünsche dir eine wunderbare Woche, mein Herz.
Und wenn dir jemand sagt, du kannst das nicht, überleg mal kurz, ob das wirklich wahr ist.
Oder ob du es vielleicht einfach nicht können willst, weil du es bequem findest, es dir abnehmen zu lassen.

Deine Marion Glück

P.S.: „Mama raus“ ist der effizienteste Rausschmiss, den ich je erlebt habe. Mit zwei Wörtern ist alles gesagt. Null Diskussion. Der Milchmann hat Führungspotenzial.

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FAQ

Was passiert, wenn man seine Komfortzone verlässt?

Du betrittst die Wachstumszone, in der du an neuen Aufgaben wächst, ohne dich zu überfordern. Der Trick ist, den Schritt klein genug zu wählen, damit du nicht in die Panikzone gerätst.

Wie schaffe ich es, meine Komfortzone zu verlassen?

Fang mit einem Tippelschritt an, keinem Sprung. Frage dich ehrlich, ob du etwas wirklich nicht kannst oder ob du es dir bequem gemacht hast, es nicht zu tun.

Warum fällt es so schwer, die Komfortzone zu verlassen?

Weil die Komfortzone sich sicher anfühlt. Ein anderer Grund kann sein, dass „ich kann nicht“ mit „ich will nicht“ verwechselt wird. Oft braucht es nur einen Menschen, der uns zutraut, den nächsten Schritt alleine zu gehen.

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Marion Glück ist Mentorin für Selbstführung, Autorin und ehemalige Marineoffizierin. Sie begleitet Frauen in Führungsrollen bei strukturierter Selbstführung und Entwicklung von mentaler Stärke. Ihre Arbeit als systemische Coach und psychologische Beraterin basiert auf Biografiearbeit, unternehmerischem Denken und persönlicher Erfahrung. Mit LUMEA hat sie eine DSGVO-konforme KI-Begleiterin für Reflexion und innere Klarheit entwickelt.

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