My KISS for you
- Du traust dich nicht, etwas Neues allein zu übernehmen, weil die Angst vor Fehlern größer wirkt als dein Zutrauen in dich selbst.
- Selbstvertrauen aufbauen gelingt durchs Üben, während die Angst noch da ist.
- Ein kleiner, geschützter Übungsraum reicht als erster Schritt, damit aus Zittern Können wird.
Diese Woche geht‘s nicht um Noah, Kita oder Windeln. Diese Woche geht’s um Shawn und einen Linkslenker am anderen Ende der Welt. Ich nehme heute an Sabine Schönbergs Blogparade „Allein losgegangen: Was mir Angst gemacht hat – und was stärker war!“ teil. Lass uns in meine die Vergangenheit reisen.
Hinweis:
In meinem Blog verwende ich teilweise KI-generierte oder KI-bearbeitete Bilder. Diese sind jeweils gekennzeichnet.
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Stell dir einen Parkplatz in Brisbane vor.
Und nein, kein Uniparkplatz, sondern ALDI.
Ja, ich war genauso baff wie du gerade: Es gibt ALDI schönen Dinge auch in Australien.
Auf diesem Parkplatz sitze ich in einem kleinen roten Auto mit dem Schaltknüppel links von mir.
Ich sitze rechts und jedes Mal, wenn ich schalten will, ballert mein Ellenbogen an die Autotür.
Autsch.
Der Tag, an dem ich aufgehört habe, Beifahrerin zu sein
2007, Brisbane/Australien, Auslandssemester an der Griffith University.
Fünf Monate, mehr Zeit hatte ich mit den beiden Kathrins nicht, die Pädagogik studierten und mit mir fürs Programm ausgewählt wurden.
Unser Mitbewohner Shawn, waschechter Aussie, ist mit uns überallhin gefahren.
Shopping, Strand, Ausflüge: Shawn am Steuer, ich auf dem Rücksitz.
Mit der Zeit bin ich nach vorne gerutscht, auf den Beifahrersitz, um Shawn Löcher in den Bauch zu fragen: Wie funktioniert das mit dem Linksverkehr, wo ist rechts eigentlich links, warum hupt da jetzt schon wieder jemand. Am Steuer saß trotzdem immer noch er.
Anfangs war das bequem.
Irgendwann war es ein drückendes Korsett für mich, dass mich in meiner Freiheit einschnürte.
Ich konnte nicht einfach losfahren, wenn ich wollte, sondern war komplett abhängig von einem Menschen, den ich erst seit ein paar Wochen kannte.
Dazu kam: fremdes Land, falsche Straßenseite, ein Auto mit dem Lenkrad auf der rechten Seite. Alles, was schiefgehen konnte, hatte ich im Kopf durchgespielt.
Falschfahren. Gegenverkehr. Unfall. Klippensturz.
Irgendwann hab ich gesagt: „Jetzt reicht’s! Wir mieten uns ein Auto, und wir üben das. Die anderen können das auch, dann kann das nicht so schwer sein.“
Okay, ich gebe zu, wenn ich Bodenturnerinnen zusehe, würde ich nie auf die Idee kommen, das zu sagen, und mit dem Üben würde ich schon gar nicht anfangen.
Aber in unserem Fall: Gesagt, getan.
Wir haben einen ALDI-Parkplatz gefunden, leer genug, um in Ruhe zu üben, und groß genug, um sich zu blamieren, ohne dass es jemand mitbekommt.
Abends nach Feierabend ist einiges möglich.
Schalten mit links.
„Das mach‘ ich mit links“ konnte ich bis zum Ende nicht sagen.
Es war jedes Mal eine Konzentrationsübung.
Und dann kam der Tag der ersten echten Fahrt nach Byron Bay.
Wir wollten den Sonnenaufgang oben am Point sehen.
Ich saß auf der rechten Seite, wo bei mir zu Hause der Beifahrersitz ist, und fuhr das Auto zum ersten Mal auf einer echten Straße, und andere Autos gab es ohne Ende.
Dazu echte Geschwindigkeit, und somit große Verantwortung.
Wir haben es geschafft. Und ich saß am Steuer.
Von da an war nichts mehr wie vorher.
Wir haben unsere restliche Zeit in Australien komplett anders geplant, weil wir plötzlich selbst mieten, selbst fahren und selbst entscheiden konnten, wohin.
Apropos Angst: Mein Kopf macht das öfter
Es ist ein Muster, das sich durch mein ganzes Leben zieht.
Führerscheinprüfung, 6. Oktober 1999.
Meinen Prüfungstermin wusste außer mir nur mein Fahrlehrer und der Prüfer selbst.
Kein Wort zu Familie, Freunden und in der Schule dachten sie, ich schwänze.
Harvard, Sommerkurs, komplett auf Englisch.
Mein erster Gedanke: Ich? Niemals.
Ja, ich impostere im Kopf immer vor mich hin.
Den Kurs hab ich trotzdem belegt und sehr gut bestanden.
Es wusste nur mein Mann, dass ich mich angemeldet habe.
Genauso war es bei der Verlagsgründung.
Auch da wusste nur mein Mann Bescheid.
Entscheiden, Angst haben, trotzdem hingehen und machen.
Mein Prinzip: Ich erzähl es nicht groß rum, bevor ich es getan habe.
Mein innerer Circle darf wissen, wenn ich scheitere.
Familie, Freunde, alle anderen erfahren es erst, wenn’s geschafft ist, so wie jetzt du.
Beim Führerschein war selbst das noch keine Option.
Da wusste wirklich niemand Bescheid außer Fahrlehrer und Prüfer.
Mein Kopf erzählt mir bei jeder dieser Situationen erst mal Unsinn, weil mein Kopf nun mal ein Arsch mit Imposterhaustier ist.
Ich habe das akzeptiert und lebe damit.
Wir kommen mittlerweile ganz gut miteinander klar.
Wie baust du Selbstvertrauen auf, wenn du ein Riesenangstmonster im Kopf hast?
Selbstvertrauen entsteht, wenn du trotzdem übst, auf dem ALDI-Parkplatz, im Harvard-Kurs, am Prüfungstag, bis aus Zittern Können wird.
Die Angst muss dafür nicht erst verschwinden.
Solange du dir selbst noch nicht ganz vertraust, hilft es, dir jemanden zu suchen, dem du vertraust und der dir Halt gibt. Bei mir war das bei Harvard und beim Verlag mein Mann. Nur beim Führerschein wusste wirklich niemand etwas, nicht mal er.
Was soll schiefgehen?
Nach dem Scheitern bist du auf jeden Fall gescheiter.
Ja, vielleicht nicht das, was du geplant hattest, aber du lernst, dass du ein Scheitern aushalten kannst.
An meinem Kühlschrank hängt ein Magnet von Rosie the Riveter, der Frau mit Kopftuch im Look der Dreißigerjahre, die ihre Muskeln zeigt.
Das berühmte „We Can Do It!“-Poster von 1943.
Jedes Mal, wenn ich daran vorbeigehe, zucke ich innerlich mit den Schultern und sag mir mein eigenes Motto: Just do it.
Ja, okay, ich lass mich da von Nike beflügeln.
Lass dir von deinem Kopf jedenfalls keinen Unsinn erzählen.
Es gibt dieses Bild von den vier Zonen: Komfortzone, Lernzone, Panikzone und die Zone, in der die Magie passiert.
Die Komfortzone mit Shawn wurde mir zu klein und zu unbequem.
Auf dem ALDI-Parkplatz war ich definitiv in der Lernzone.
Wäre ich ohne diesen Abstecher direkt auf die Autobahn gegangen, wäre ich in der Panikzone gewesen.
Byron Bay war dann die „Where the magic happens“-Zone.
Der kleine Schritt führt immer über das Üben.
Üben übt und dann folgt die Magie.
Mein Impuls für dich
Wo sitzt du gerade auf dem Rücksitz, obwohl du längst selbst fahren könntest?
Und was würde passieren, wenn du dich neugierig auf den Beifahrersitz setzt?
Um dann mutig das Steuer selbst in die Hand zu nehmen?
Deine Marion Glück
P.S. Mein Arschkopf hätte auch gerne Mitspracherecht bei diesem Artikel gehabt. Ich hab ihn diesmal einfach nicht gefragt.
Du willst dranbleiben?
Wenn du selbst immer wieder imposterst, empfehle ich dir LUMEA.
Sie gibt dir Rückendeckung und erarbeitet mit dir die kleinen möglichen nächsten Schritte.
Du bist auf jeden Fall in bester Gesellschaft.
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FAQ
Indem du übst, während die Angst noch da ist, statt auf ihr Verschwinden zu warten. Ein kleiner, geschützter Übungsraum, wie ein leerer Parkplatz, reicht oft schon als erster Schritt.
Ein Ritual für mehr Selbstwert: An 7 Tagen der Woche findest du etwas, worauf du stolz bist, an 2 Tagen nimmst du dir bewusst Zeit für dich, und an 1 Tag verlässt du aktiv deine Komfortzone.
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