Mutter und Kind am Tisch, Titelbild Mamablog Entscheidungskompetenz stärken

My KISS for you

  • Entscheidungskompetenz stärken beginnt mit der Bereitschaft, getroffene Entscheidungen bewusst zu revidieren, statt aus Gewohnheit oder Angst vor Gesichtsverlust an ihnen festzuhalten.


Mein Kind wählt ein Ladekabel statt eines Teddybären. Die Erzieherin wünscht sich das Gegenteil. Und ich stehe dazwischen und denke an die eine Entscheidung, die mich 2014 fast kaputtgemacht hätte.

Hinweis:
In diesem Artikel verwende ich KI-generierte oder KI-bearbeitete Bilder.
Als Service für dich habe ich im Beitrag Produkte oder Dienstleistungen verlinkt. Affiliate-Links sind mit einem Sternchen (*) gekennzeichnet. Ich erhalte bei deinem Einkauf eine Provision, ohne dass du mehr zahlst. 


Hallo mein Herz,

es ist Donnerstagmorgen, 7.33 Uhr, und wir wollen in die Kita.
Der kleine Bär hat sich beim Zähneputzausflug im Bad das Ladekabel für die Zahnbürste geschnappt.
Jetzt stehen wir an der Tür und wollen los.
Wie jeden Morgen frage ich ihn, ob er seinen Teddy oder den Hasen für den Mittagsschlag mitnehmen will.

Und was wählt er?
Das Ladekabel der elektrischen Zahnbürste, dabei stand das gar nicht zur Auswahl.
Na klar, warum auch nicht.
Schließlich ist ein Stecker und ein Kabel dran.

Andere Kinder kuscheln mit Plüschtieren. Meins trägt am liebsten Elektronikzubehör spazieren.
Der Junge ist schließlich „Bauer“. Damit meint er „Bauarbeiter“, doch das Wort hat er noch nicht vollständig im Sprachsortiment aufgenommen.
Dafür aber die klare Vorstellung, dass alles mit Kabeln und Steckern seine volle Aufmerksamkeit verdient.

In die Kita geht es ohne Kuscheltier.
Ich lasse ihm seine Entscheidung.
„Kabel darf mit ins Auto, aber nicht mit in die Kita“, kündige ich ihm an, und dann fahren wir los.

Ein Bär, ein Kabel und (s)eine Entscheidung

Am Nachmittag sprach mich Lilli, seine Erzieherin, beim Abholen an.
„Es wäre total schön, wenn du morgen seinen Teddybären wieder einpackst. Er vermisst ihn hier ganz doll.“

Ich schaute sie etwas verwundert an.
„Ich frag’ ihn jeden Morgen, welches Tier er mitnehmen möchte. Heute wollte er seinen Bären nicht mitnehmen, sondern hat sich für das Ladekabel der Zahnbürste entschieden.“

„Ah. Okay. Na, hier wollte er jedenfalls seinen Bären und war ganz traurig.“

„Das kann ich mir vorstellen. Zum Glück ist er erfahrungsgemäß nie so lange traurig. Abgesehen davon kann er sich ja jederzeit umentscheiden. Heute lebt er mal mit den Konsequenzen.“

Und da ist es. Dieses kurze Zögern in ihren Augen.
Vielleicht weil man bei einem fast Zweijährigen erwartet, dass Erwachsene alle Entscheidungen treffen.
Oder weil sie dachte, ich müsste den Bären sicherheitshalber für meinen Bären einpacken, damit er nicht traurig ist.

Aber so ist das mit Entscheidungen. Aus ihnen resultieren Konsequenzen.
Auch bei den Entscheidungen eines fast Zweijährigen.
Er hat gewählt.
Er erlebt die Konsequenz.
Und morgen früh darf er wieder neu wählen.

Am nächsten Morgen fragte ich ihn also wieder und erinnerte ihn daran, dass er den Bären am Tag zuvor in der Kita vermisst hat.
Und siehe da, er wollte seinen Bären mitnehmen.
Und das Ladekabel. Aber das blieb wieder im Auto.


Warum kleben wir an Entscheidungen, die längst nicht mehr passen?

Noah braucht dafür keinen Workshop mit Pro-und-Contra-Flipchart.
Er wählt, erlebt die Konsequenz und wählt morgen einfach neu.
Zumindest bei der Bärenentscheidung.

Und wir? Wir haben uns festgelegt. Sei es ein Job, eine Beziehung oder eine Strategie.
Lassen uns manchmal auch festnageln auf die eine Entscheidung, die wir vor drei Jahren getroffen haben, als die Welt noch anders aussah.
Und jetzt kleben wir daran wie Kaugummi unter dem Schuh.

Ich kenne das.
2014 hatte ich mir gesagt: Ich bleibe bis zum Ende meiner Dienstzeit auf meinem Dienstposten und ziehe das durch.
Geplant habe ich mit meiner Ärztin vom nächsten Wochenende zum übernächsten und von Urlaub zum nächsten Feiertag.
Wie Etappen, die ich aushalten und abhaken konnte. Schließlich hatte ich mich festgelegt und war nicht bereit von meinem Entschluss abzuweichen.

Nach einem Mentoring ein paar Monate später habe ich dann den Stecker gezogen, weil meine Gesundheit dagegensprach. Es ging bergab und mir wurden zu viele Steine in den Weg gelegt.

Mittlerweile sehe ich das ein wenig durch meine spirituelle Brille.
Das Universum hat so lange auf unterschiedliche Art die Hinweise eingesteuert, bis ich endlich verstanden hatte, dass ich dort nicht hingehöre.
Am Anfang fühlte es sich an wie Aufgeben.
Ich hatte in meinen Augen versagt.

Den Stecker ziehen braucht mehr Mut als festhalten.

Mein Kind trifft Entscheidungen mit einer Souveränität, an der ich mir so gerne ein Beispiel nehme.
Abgrenzung ist für Noah kein Thema, während ich Jahre gebraucht habe, um diese Fähigkeit zu erlernen.

Er hat auch gar kein Problem damit, seine Entscheidungen von einer Minute auf die nächste zu revidieren.
Während es sich bei ihm um Entscheidungen der Art „Will ich essen“ zu „ach nee, doch nicht“ handelt, sind es bei uns meist andere Baustellen, die mehr Mut für die Umentscheidung erfordern.

Wenn du als Führungskraft merkst, dass der Kurs nicht stimmt, dass bspw. die Strategie vom letzten Quartal in diesem keinen Sinn mehr ergibt.
Oder dass du an einem Projekt hängst, das dich und dein Team nur noch Energie kostet.
Dann ist die stärkste Entscheidung manchmal die kürzeste: Nein. Ich wähle neu. Wir machen es anders.
Deine Entscheidungskompetenz stärkst du mit jeder bewussten Kurskorrektur.

Die Konsequenz deiner Entscheidung darfst du ja ohnehin tragen, denn auch keine Veränderung ist deine Entscheidung.

Noah hatte keinen Teddy.
Ich hatte einen Knick im Lebenslauf.
Und ja, es gibt Entscheidungen, die sich tatsächlich nicht zurückdrehen lassen.
Aber die meisten sind wie Noahs Teddyentscheidung.
Morgen stehst du wieder da und darfst neu wählen, weil „das machen wir schon lange so“ kein Argument ist.

Was hilft Müttern in Führungspositionen, alte Entscheidungen zu korrigieren?

Manchmal ist es nur ein Impuls von außen.
Vielleicht helfen dir diese zwei Fragen:

Wo stehst du gerade an deiner Garderobe und hältst etwas fest, das du vor langer Zeit gewählt hast, obwohl du längst weißt, dass es an der Zeit ist, neu zu entscheiden?

Überprüfe: Bleibst du bei deiner Entscheidung, weil sich Umentscheiden wie Versagen anfühlen würde?

Was sonst noch los war

Am Montag war für alle großen und kleinen, jungen und alten Kinder der Kindertag!
Der kleine „Bauer“ hat einen gelben Kipper geschenkt bekommen und ist vor Freude ausgerastet.
Noch mehr gestrahlt hätte er wahrscheinlich nur, wenn wir ihm einen echten Bagger vor die Tür gestellt hätten. Die Mädels haben Sommerkosmetik und Schokolade bekommen.
Nur fröhliche Kinder in da Glücks-House.

Außerdem waren wir bei der U7-Nachuntersuchung.
Noah war vor einigen Wochen beim Sprachtest durchgefallen.
Aber nur, weil Worte wie „Draht“ und „Akku“ nicht auf der Checkliste stehen. Pfff!
Jetzt ist aber alles super.
Er plappert mittlerweile alle Worte nach, was bei uns zu mehr Funkdisziplin führt.
Gemerkt haben wir es am Wort „geil“ als Ausdruck richtig großer Freude. S.C.Heiße!

Ansonsten habe ich mich diese Woche endlich mal um den Führerschein-Umtausch gekümmert.
Erwachsensein ist manchmal einfach nur Formulare ausfüllen.

Freitag war dann mein Social Day.
Morgens bin ich nach Potsdam gefahren, hab mit Carmen Kaffee getrunken und Sachen im Sozialkaufhaus abgegeben.
Danach ging es mir Karla zum Töpfern.

Ich hatte nur doch die Fische für mein Mobile auf dem Schirm.
Als ich die anderen Werkstücke präsentiert bekam, staunte ich nicht schlecht.
Tatsächlich hatte ich die Beetbeschriftungen für meine Kürbisse komplett vergessen.
Es war quasi Überraschungstöpfern.

Natürlich habe ich es auch nicht geschafft, alles zu bemalen, weil die Zeit knapp war.
Denn Überraschung Nr. 2 war in dieser Woche, dass ich das Kitafest offenbar nicht in meinem Kalender abgespeichert hatte.
Huch!


Also nichts wie hin.
Der kleine Bär ist rumgelaufen, hat gefeiert, sich mit Melone zugestopft und das Leben genossen.
Als wir gehen wollten, stand er oben auf der Hängebrücke und hat uns „Tschüss!“ gewinkt.
Auch logisch, denn was hat denn bitte unsere Entscheidung mit ihm zu tun?!
Nach dem Motto: Ihr könnt ja schon mal vorfahren, aber ich bin noch nicht fertig mit feiern.
Keine 90 Minuten später lag er im Tiefschlaf im Bett.
So schnell ist fertig gefeiert.

Das Kita-Fest war unser Vorüben für seinen Geburtstag nächste Woche.
Ich werde berichten.

Ach, und kleiner Nachklapp zum Bericht der letzten Woche.
Der Bär braucht keine Einschlafbegleitung mehr.
Gute Nacht. Flasche. Raus.
Das bedeutet, ich muss meine Meditationszeit neu planen.

Hab eine Woche voller guter Entscheidungen, mein Herz.
Und wenn eine dabei ist, die nicht passt, erinnere dich daran: Du kannst dich jederzeit neu entscheiden, denn mit den Konsequenzen musst du so oder so leben.

Deine Marion Glück


P.S. Das Ladekabel hat den Tag im Auto überlebt. Noah hat kein einziges Mal danach gefragt. Anscheinend war das Loslassen doch einfacher als gedacht.


Du willst persönlich mit mir arbeiten?
90 Minuten, dein Thema, schnelle und direkte Arbeit. Von Termin zu Termin, ohne Pakete, so kannst du dich jederzeit umentscheiden. Das Erstgespräch kostet dich keinen Cent.

FAQ

Wie kann ich meine Entscheidungskompetenz stärken?

Indem du Entscheidungen als veränderbar betrachtest und Umentscheiden als bewussten Akt übst. Jede Kurskorrektur trainiert den Entscheidungsmuskel.

Was bedeutet Entscheidungskompetenz im Alltag?

Entscheidungskompetenz zeigt sich darin, bewusst zu wählen, die Konsequenz zu tragen und bei neuer Erkenntnis den Kurs zu ändern.

Warum fällt Umentscheiden so schwer?

Weil Kursänderungen oft mit Wankelmütigkeit verwechselt werden und die innere Stimme „Aber ich hatte mich doch festgelegt“ erstmal stärker ist, als die neue Erkenntnis.

Impulse von mir. Fü(h)r dich.

Gedanken, Fragen und Perspektiven für Führungskräfte.

Du wirst Teil meiner Community. Abmeldung jederzeit mit einem Klick möglich.

Marion Glück ist Mentorin für Selbstführung, Autorin und ehemalige Marineoffizierin. Sie begleitet Frauen in Führungsrollen bei strukturierter Selbstführung und Entwicklung von mentaler Stärke. Ihre Arbeit als systemische Coach und psychologische Beraterin basiert auf Biografiearbeit, unternehmerischem Denken und persönlicher Erfahrung. Mit LUMEA hat sie eine DSGVO-konforme KI-Begleiterin für Reflexion und innere Klarheit entwickelt.

{"email":"Email address invalid","url":"Website address invalid","required":"Required field missing"}
Insert Custom Menu
>
×