My KISS for you
- Der Kopf hört auch in der Pause nicht auf zu arbeiten.
- Nichtstun wird schnell selbst zur nächsten Aufgabe, die man sich beweisen muss.
- Grübeln stoppen gelingt eher, wenn die Stille nicht sofort bewertet wird.
Eine ruhige Woche, ein Trecker, der nicht losgelassen werden wollte, und ein Bär, der mehr von Muße versteht als ich. Diese Woche geht’s um das, was ich am wenigsten kann: nichts tun.
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Hallo mein Herz,
diese Woche war so ruhig, dass ich fast keine Idee hatte, worüber ich dir schreiben soll. Die Mädels sind noch nicht zurück, im Kalender stand kaum was, und trotzdem ist mir am Abend auf der Couch der ganze Artikel quasi von selbst in den Schoß gefallen.
Was Winnie Puuh mit Stressmanagement zu tun hat
Der Milchmann hatte seine Toniebox vor sich stehen, mit beiden Armen auf dem Couchtisch abgestützt, Ohren auf Empfang.
Winnie Puuh.
Er und Christopher Robin unterhalten sich, über „was sie heute noch gar nicht gemacht haben: Nichts.“
„Was ist denn dieses Nichts eigentlich?“, fragt Puuh.
Die Antwort: Man setzt sich hin, hört die Dinge, die man nicht hört, und guckt in die Luft.
Ich saß daneben und hab zugesehen, wie der Bär gespannt zuhörte, als würde er die Geschichte zum ersten Mal hören.
Was nicht der Fall ist, weil der Tonie immer wieder von vorne beginnt, wenn man ihn von der Box nimmt, was ungefähr alle 10 Minuten ist.
Nichtstun mag noch möglich sein.
Keine Arbeit. Atmen und verstoffwechseln machen wir aber trotzdem.
Von wegen Nichtstun. Pff.
Aber wie ist das mit dem Nichtsdenken?
Da sieht es schon schwieriger aus.
Grübeln stoppen ist eben leichter gesagt als getan.
Warum fällt uns Nichtsdenken so schwer?
Weil unser Kopf ständig einen Job braucht, auch dann, wenn gerade gar keiner ansteht.
Wenn es keine Arbeit gibt, dann besorgt er sich welche.
Statt einfach die Stille zu hören, fangen wir an, über die Stille nachzudenken, und schon ist sie weg.
Genau das ist mir in dem Moment passiert.
Statt der Geschichte zu lauschen, hab ich angefangen, darüber nachzudenken, wie schön es ist, dass Noah gerade lernt, was Nichtstun bedeutet.
Dann dachte ich darüber nach, dass ich selbst beim Nichtstun reflektiere.
Und während ich das dachte, ist mir aufgefallen: ich reflektiere gerade über das Reflektieren.
Verrückt.
Vor zwei Wochen war das anders.
Ich hab mir selbst gesagt: „Ich hab am Wochenende viel gerockt, heute mach ich einfach mal einen chilligen Tag.“
Mr. Magic hatte Homeoffice, draußen war eins von diesen seltenen goldenen Wetterfenstern, und ich war mit einer Freundin zum Frühstück verabredet.
Danach flowte ich so durch den Tag, denn es war nichts weiter auf der Agenda.
Ich bin durch die Domäne Dahlem geschlendert, war fasziniert vom Großstadtbauernhof in Berlin und hab einen Restaurator kennengelernt, der mir was aus seiner Werkstatt erzählt hat.
Der Tag plätscherte so dahin.
Gedacht habe ich aber ganz viel.
Meine Erkenntnis
Der kleine Bär hat gerade erst gelernt, dass Nichtstun ein wichtiger Punkt ist und kein Loch im Tagesplan.
Ich hoffe, er vergisst das nie, weil ich selbst genau daran arbeite, es mir zurückzuholen.
Manchmal heißt das bei mir auch, aufzuhören zu rackern, und trotzdem in Ordnung zu sein.
Mein Impuls für dich
Wann hast du zuletzt wirklich nichts gemacht, ohne es hinterher zu bewerten oder zu analysieren?
Wie würde sich dein nächster freier Nachmittag anfühlen, wenn du ihn einfach leer lässt, ohne ihn im Kopf schon wieder zu einem Projekt zu machen?
Ich habe mir auch mal Gedanken dazu gemacht, wie du mentale Klarheit trotz Kopfchaos zurückgewinnen kannst und meine Anleitung aufgeschrieben.
Was sonst noch los war
Am Mittwoch war eine Freundin zum Spielenachmittag da.
Schön die Klatsche bekommen.
Ich sage nicht, wer abgeloost hat.
Am Samstag waren wir noch mal in der Domäne Dahlem und der kleine Bär hat sich auf einen Trecker gesetzt und wollte partout nicht wieder runter.
Der Sonntag begann mit einem Spaziergang und dann hat sich der Bär allein beschäftigt und ich habe ein Buch gelesen.
Business-seitig war’s diese Woche ähnlich entspannt.
Perfekte Vorbereitung auf den Sommerflow.
Herrlich, dieses Nichtstun.
Probier’s mal aus und hab eine schöne Woche.
Deine Marion Glück
PS: Nichtstun üben, ohne dabei zu grübeln, ob man’s schon richtig macht. Next Level.
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FAQ
Weil eine ungefüllte Pause vom Gehirn automatisch mit Gedanken belegt wird, sobald keine konkrete Aufgabe ansteht.
Meist hilft es schon, das Gedankenkreisen wahrzunehmen und es sein zu lassen, statt dagegen anzukämpfen.
Oft reicht es, die Gedanken kurz zu bemerken, statt sie sofort weiterzudenken oder zu bewerten. Das unterbricht die Schleife.
Impulse von mir. Fü(h)r dich.
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