Mutter mit Kleinkind auf dem Arm und Uropa im Rollstuhl auf der Terrasse, Prioritäten setzen im Familienalltag

My KISS for you

  • Nicht jede Aufgabe lohnt den gleichen Aufwand, und trotzdem fühlt sich Abgeben oft falsch an.
  • Ob sich etwas lohnt, zeigt selten das Ergebnis allein. Es zählt, was es dem Menschen bedeutet, der mitmacht.
  • Prioritäten setzen heißt, die eigene Zeit bewusst zu lenken und von Fall zu Fall zu entscheiden, statt stur zu optimieren.



    Diese Woche stand ich einen halben Vormittag in der Küche und trug am Ende fast alles wieder nach Hause. Ein Schulfest, das für Amelie mit einem faden Beigeschmack endete. Ich frage mich, wann ist DIY ein Geschenk, und wann einfach nur schlecht gerechnet?

    Hinweis:
    In meinem Blog verwende ich teilweise KI-generierte oder KI-bearbeitete Bilder. Diese sind jeweils gekennzeichnet.
    Als Service für dich habe ich im Beitrag Produkte oder Dienstleistungen verlinkt. Affiliate-Links sind mit einem Sternchen (*) gekennzeichnet. Ich erhalte bei deinem Einkauf eine Provision, ohne dass du mehr zahlst. 

    Hallo mein Herz,

    es ist Montagmorgen, kurz vor neun.
    Ich koche ein Linsencurry. Besser gesagt, lasse ich den Monsi kochen. Die beste Küchenmaschine überhaupt.
    Nachdem das Curry abgekühlt ist, stehen Amelie und ich zusammen in der Küche.
    Der Ofen brummt schon.
    Sie legt Curry auf den Blätterteig für die Jamaika-Teigtaschen fürs Länderfest ihrer Klasse.
    Wir füllen, falten und backen.
    Sie legt sie in kleine Papiertaschen und anschließend auf die Serviette in ihrer Box.
    Jedes Teilchen einzeln, ganz vorsichtig.
    Man sieht ihr an, wie stolz sie ist.

    Mein Vormittag, der abends wieder nach Hause kam

    Das Schulfest lief anders als gedacht.
    Jede Klasse hatte ein Land, jeder Stand sein Essen.
    Neben einem Stand mit Burgern (Amerika) oder Crêpes mit Nutella (Frankreich) zieht eine jamaikanische Teigtasche eben den Kürzeren.
    Sie ist nicht schlecht.
    Aber wäre ich ein Kind, das wählen kann, würde ich mich als Allerletztes für die Teigtasche entscheiden.

    Und dann war da die Rechnung des Lehrers.
    Die war, gelinde gesagt, Grütze.
    Wir hatten Zeit und Geld in unsere Teilchen gesteckt.
    Am Ende habe ich noch mehr Geld ausgegeben, um am Klassenstand andere jamaikanische Teigtaschen zurückzukaufen, damit überhaupt was in die Klassenkasse fließt.
    Der Lehrer selbst ließ sich kurz blicken, warf zwei Euro rein und war wieder weg.
    Zwei Euro.
    Ich lasse das mal so stehen.

    Ich stand da mit meiner unangetasteten, vollen Box und war auf hundertachtzig.
    Ein Vormittag in der Küche, doppelt bezahlt.
    Da war meine Entscheidung schnell klar: Beim nächsten Mal werfe ich zwanzig Euro in die Klassenkasse und spare mir den Vormittag.
    Mein Learning: Prioritäten setzen fängt genau hier an. Meine Zeit ist meine knappste Ressource, und ich entscheide, wofür ich sie ausgebe.
    Wenn es wieder um Teilchen backen geht, ist die Antwort klar.
    Es ist so einfach.
    Dachte ich.

    Muss ich als Mutter wirklich alles selbst machen?

    Nein, definitiv nicht.
    Und ich muss auch nicht jedes Mal den Arm heben.
    Aber die Rechnung ist selten so eindeutig, wie sie im ersten Ärger aussieht.
    Ob sich der Aufwand lohnt, zeigt nicht das Ergebnis.
    Vielmehr zählt, was es dem bedeutet, für den ich es mache. In meinem Fall: dem Kind, das mitgebacken hat.
    Genau diese Unterscheidung musste ich mir diese Woche selbst vor Augen führen.

    Denn Amelie saß auf dem Heimweg neben mir im Auto und war geknickt.
    Sie hatte sich so gefreut, sich Mühe gegeben, alles hübsch verpackt.
    Draußen regnete es, und irgendwie passte das zur Stimmung.
    In ihrem Kopf lief womöglich der Satz: Meine Teilchen haben nicht geschmeckt.

    Hätte ich jetzt einfach gesagt „nächstes Mal zwanzig Euro und fertig“, hätte sie möglicherweise auch gehört: Deine Mühe war es nicht wert.
    Und ein Teilchen weiter könnte sie daraus machen: Ich bin es nicht wert. Nicht gut genug.
    Meine kleine Sparlogik wäre voll nach hinten losgegangen.

    Also habe ich ihr erklärt, was ich sah.
    Dass es an der Auswahl lag, nicht an ihr.
    Dass eine gute Teigtasche gegen einen Nutella-Crêpe im Kinderrennen einfach verliert.
    Und ich habe richtig gespürt, wie die Anspannung von ihr abfiel, als sie sagte „Ja, das stimmt.“
    Wie sie entspannter saß, ein Stück größer wurde.

    Dann sagte sie: „Naja, das Gute ist, dann haben wir gleich Abendbrot.“
    Sie hat den Dreh ins Gute ganz allein gefunden.
    Genau das üben wir sonst immer.
    Diesmal kam es von selbst und ich habe mich so gefreut.

    Und weißt du, woran mich das erinnert hat?
    An unser Lebkuchenhaus zu Weihnachten.
    Das schmeckt jedes Jahr scheußlich.
    Wirklich.
    Sorry for not sorry, Mr. Magic.

    Aber die Kinder haben so viel Spaß daran, das zusammenzukleben, dass die Stunden in der Küche jeden Krümel wert sind.
    Oder Plätzchenbacken mit klebrigen Kinderpfoten.
    Wenn man den Teig heimlich entsorgt, damit die Kinder es nicht merken und man auf die Frage von Oma „Kann man die ohne Bedenken essen?“ mit einem entspannten „Ja, nur die Guten ins Töpfchen“ antworten kann.
    Und trotzdem präsentiert ein Kind am Ende stolz „seine eigenen“ Plätzchen.

    Um das Gefühl geht es.
    Bei der Klassenkasse zählte am Ende nur das Geld.
    In der Küche zuhause zählt, dass wir zusammen kneten.

    Meine Erkenntnis

    Als Führungsfrau optimiere ich gern.
    Ich sehe eine Aufgabe, die sich nicht rechnet, und automatisiere, delegiere oder streiche sie weg.
    Meistens ist das richtig.
    Diese Woche hat mir gezeigt, wo die Grenze liegt: bei dem Menschen, der emotional dranhängt.
    Da braucht es zumindest ein (er-)klärendes Gespräch.

    Ich kann eine Aufgabe wegrechnen.
    Aber wenn sich jemand darüber zugehörig und gesehen fühlt, oder bollestolz ist, dann rechne ich ihm mit meiner Rotstiftlogik auch ein Stück Selbstwert weg.

    Deshalb ist es eine Entscheidung von Fall zu Fall.
    Der Kopf rechnet mit.
    Und das Herz stimmt mit ab.

    Mein Impuls für dich

    Schau diese Woche einmal auf eine Aufgabe, die du eigentlich abschaffen willst, weil sie sich „nicht lohnt“.
    Bei dir zuhause oder in deinem Team.

    Und dann frag dich: Hängt da ein Mensch dran, für den diese Aufgabe mehr ist als das Ergebnis? Manchmal ist die unwirtschaftlichste Aufgabe genau die, die jemand zum Dazugehören braucht.
    Was ihn morgens fröhlich ins Büro bringt, ist oft das Team, mit dem er zusammensitzt und tüftelt, weniger die Aufgabe selbst.
    Und manchmal sind zwanzig Euro einfach die klügere Wahl.
    Du darfst beides dürfen.
    Du musst es nur bewusst entscheiden.

    Was sonst noch los war

    Der Rest der Woche war Achterbahn.
    Am Mittwoch gab es richtig tolle Zeugnisse, die am Donnerstag mit einem Ferieneis belohnt wurden.
    Anschließend ging es für Amelie und Charlotte für drei Wochen zu ihrer Mama.
    Das Haus ist gerade sehr leise.
    Der Milchmann sucht seine Schwestern und versteht es noch nicht, wieso die Zimmer jeden Morgen leer sind.

    Die Lücke haben wir genutzt und sind Donnerstagabend direkt ins Hotel MaPa gefahren.
    Denn am Freitag wurde mein Opa dreiundneunzig und wir haben mit der Familie gefeiert.
    Dreiundneunzig! Was er in der Zeit alles erlebt hat.
    Unvorstellbar.

    Wir hatten jedenfalls schöne Tage und sind Samstag zurückgefahren, denn mit dem Bären stimmte etwas nicht.
    Beim Geburtstag war noch alles tutti.
    Samstag wurde ich stutzig, weil der kleine Bär freiwillig in seine Karre stieg und partout nicht laufen wollte.
    Am Spielplatz wollte er nicht mal aussteigen und ließ sich lieber weiterschieben.
    Gut für meine Schritte-Challenge, aber da wusste ich schon: irgendwas ist im Busch.
    Mein Mutterradar hatte recht und ich hatte auf Streptokokken getippt.
    Die hatten wir gerade erst.
    Den Sonntagvormittag verbrachten wir also bei der Bereitschaftskinderärztin, die meine Diagnose bestätigte.
    Jetzt haben wir den Kalender für die neue Woche umgebaut, Betreuung steht ganz vorne.
    Das Gute daran ist, dass wir ausschlafen und viel spazieren gehen können.

    Das Schulfest bei Vicky ist übrigens ausgefallen, weil das Wetter angeblich zu schlecht werden sollte.
    Fand ich schade, aber bei 24 Grad… Was willste machen?!

    Und mein Business?
    Lief diese Woche unsichtbar.
    Ich bastele an einem neuen Einstiegsprodukt und einer neuen Onboardingstrecke.
    Alles Dinge, die man von außen nicht sieht.
    Nur wer sich einträgt, merkt: da ist was Neues.
    Passt eigentlich ganz gut zum Thema dieser Woche.

    Genieße deine Sommerferien und wir lesen uns.

    Deine Marion Glück

    P.S. Falls jemand ein Rezept für Länderfest-Teilchen sucht, die sich gegen Burger durchsetzen: Ich hab’s nicht.

    Du bist auch manchmal gefrustet?
    LUMEA ist Marion für die Handtasche. Deine digitale Reflexionsbegleiterin, rund um die Uhr, denn das Leben ist zu kurz, um unglücklich zu sein.
    LUMEA kennenlernen

    FAQ

    Wie lernt man, Prioritäten zu setzen?

    Prioritäten setzen lernt man, indem man vor jeder Aufgabe fragt, was ihr Ergebnis wirklich bringt und wem sie etwas bedeutet. Manche Aufgaben gehören abgegeben, andere sind bewusst mehr wert als ihr Ergebnis.

    Was heißt es, bewusst Prioritäten zu setzen?

    Bewusst Prioritäten setzen heißt, die eigene Zeit wie ein begrenztes Budget zu behandeln und selbst zu entscheiden, wofür man sie einsetzt, statt jede Aufgabe automatisch zu übernehmen.

    Warum fällt es beim Priorisieren schwer, etwas abzugeben?

    Weil an vielen Aufgaben ein Mensch hängt, der sich darüber zugehörig oder stolz fühlt. Wer nur nach Effizienz entscheidet, übersieht diesen Wert und nimmt ihn versehentlich mit weg.

    Impulse von mir. Fü(h)r dich.

    Gedanken, Fragen und Perspektiven für Führungskräfte.

    Du wirst Teil meiner Community. Abmeldung jederzeit mit einem Klick möglich.

    Marion Glück ist Mentorin für Selbstführung, Autorin und ehemalige Marineoffizierin. Sie begleitet Frauen in Führungsrollen bei strukturierter Selbstführung und Entwicklung von mentaler Stärke. Ihre Arbeit als systemische Coach und psychologische Beraterin basiert auf Biografiearbeit, unternehmerischem Denken und persönlicher Erfahrung. Mit LUMEA hat sie eine DSGVO-konforme KI-Begleiterin für Reflexion und innere Klarheit entwickelt.

    {"email":"Email address invalid","url":"Website address invalid","required":"Required field missing"}
    Insert Custom Menu
    >
    Datenschutz-Übersicht

    Diese Website verwendet Cookies, damit wir dir die bestmögliche Benutzererfahrung bieten können. Cookie-Informationen werden in deinem Browser gespeichert und führen Funktionen aus, wie das Wiedererkennen von dir, wenn du auf unsere Website zurückkehrst, und hilft unserem Team zu verstehen, welche Abschnitte der Website für dich am interessantesten und nützlichsten sind.

    ×