„Frau mit Brille entspannt lesend in der Badewanne, Symbolbild fürs Nein sagen lernen

My KISS for you

  • Wer ständig Ja sagt, obwohl sich ein Nein besser anfühlt, verliert die eigene Energie an fremde Erwartungen.
  • Die Erkenntnis kommt oft spät: Nicht jede Regel, jede Rolle und jede Erwartung von außen muss erfüllt werden.
  • Nein sagen lernen bedeutet, bewusst zu prüfen, was wirklich zum eigenen Leben passt, und den Rest loszulassen.



Jeder hat eine oder mehrere To-do-Listen.
Und weil ich es liebe, To-do-Listen abzuhaken, habe ich mir dieses Jahr noch eine Not-to-do-Liste gebaut.
Dinge, die ich einfach nicht mehr mache, weil ich im Laufe der Zeit gemerkt hab: Das ist nicht meins.

Das hier ist mein Beitrag zur Blogparade „Meine Not-to-do-Liste“ von Mara Pairan.
Im Kern geht’s um eins: Nein sagen lernen.
Vier Dinge, von denen ich mich verabschiedet hab: als Mama, als Führungskraft, als Familienmitglied.

Hinweis:
In meinem Blog verwende ich teilweise KI-generierte oder KI-bearbeitete Bilder. Diese sind jeweils gekennzeichnet.
Als Service für dich habe ich im Beitrag Produkte oder Dienstleistungen verlinkt. Affiliate-Links sind mit einem Sternchen (*) gekennzeichnet. Ich erhalte bei deinem Einkauf eine Provision, ohne dass du mehr zahlst. 


1. Krabbelgruppen und Mama-Frühstücke

Als ich mit Noah schwanger war, war ich brav dabei.
Schwangeren-Frühstück, Neugeborenentreffen, Krabbelgruppe.
Das volle Programm, weil ich eingeladen war und „man das ja so macht“.

Schon vorher dachte ich, dass ich so eine Mama nicht bin. Trotzdem hab ich mir und Noah die Zeit gegeben: mindestens 3 Monate wollte ich es durchziehen, für ihn, nicht für mich.
Ich hab’s durchgezogen. Und mir danach erlaubt zu sagen: Nö.
Ich bin einfach nicht die Mama, die im Kreis sitzt und über Abstillen und Pampersgrößen redet. Das ist nicht abwertend gemeint, es ist einfach nicht meine Welt.
Also hab ich damit aufgehört.
Keine Spielplatztreffen, keine Krabbelgruppe.
Für mich ist es einfach Zeit zurück, kein Verlust.
Und Noah kann nichts vermissen, was er nicht kennt.


2. Die offene Tür

Bei der Bundeswehr galt bei mir die „Open Door Policy“: meine Tür war immer offen, für eine gute Führungskraft gehörte sich das so.
Jeder durfte jederzeit reinkommen und mir das Herz ausschütten.
Wir haben das alle ernst genommen, nur dass ich dabei ständig den Faden verloren hab.
Mitten im Gedanken, raus aus dem Gedanken, von vorne beginnen.
Ich saß bis in die Puppen, um meine Arbeit zu schaffen.

Heute mache ich das mit meinen Freelancern, Kund:innen und Interessent:innen anders.
Es gibt feste Sprechzeiten statt Dauererreichbarkeit.
Wer was braucht, meldet sich per Mail oder WhatsApp und bekommt drei Terminvorschläge gesendet oder schaut direkt selbst im Kalender und bucht sich einen Termin.
Der Rest der Zeit gehört meinem Kopf und mir.

3. Gute Miene, nur weil‘s Familie ist

„Familie kann man sich nicht aussuchen“ und „Blut ist dicker als Wasser“.
Diese Sätze höre ich immer wieder.
Lange habe ich gedacht, das heißt, ich muss mit allen klarkommen, mich anpassen und den Mund halten.
Immer schön harmonisch, damit es für niemanden unangenehm wird.
Mach’ ich nicht mehr.
Bei meiner Familie musste ich Nein-sagen erst richtig lernen und es ist immer noch jedes Mal eine Herausforderung.

Ich hab’ angefangen, mir eine ganz einfache Frage zu stellen: Würde ich mit dieser Person auf einer Party freiwillig Nummern tauschen?
Bei manchen Familienmitgliedern ist die ehrliche Antwort: Nach drei Sätzen würde ich mir was zu trinken holen gehen, und das Gespräch wär beendet.

Heute entscheide ich ganz bewusst, ob ich es harmonisch will und gute Miene zum bösen Spiel mache oder ob ich die Bombe platzen lasse.

4. Starre Zeitblöcke: Ich vertraue meiner Energie

Pomodoro-Technik, 45-Minuten-Blöcke, feste Pausen – klingt total logisch und ich habe alles ausprobiert.
Sogar mehrfach.
Hat bei mir nie funktioniert.
Ich habe mich jedes Mal fertiggemacht, weil ich mich für undiszipliniert hielt.

Dabei war es schon in der Schulzeit so, dass, wenn es langweilig war, ich aus dem Fenster guckte oder Bilder malte.
An der Uni saß ich in den Vorlesungen meine Zeit ab und knobelte Sudoku.
Aber wenn ich in einem Thema drin bin, bin ich richtig drin.
Vor kurzem hatte ich einen Tag mit 836 Schritten.
Den Schrittzähler hatte ich dabei, ich saß nur so komplett abgetaucht vor dem Rechner, dass ich mich nicht viel bewegt habe.

Dann hatte ich einen hellen Moment.
Ich lag auf der Couch, hatte einen durchgeplanten Kalender, und es ging einfach nichts.
Wie gewohnt habe ich mir selbst Vorwürfe gemacht, bis ich gedacht habe: Nee. Stopp! Es reicht!

Ich habe mich mit einem Buch in die Badewanne gelegt, anschließend Eis gegessen, und bin früh ins Bett gegangen.
Am nächsten Tag war plötzlich Energie da, die am Vortag gefehlt hatte, und ich habe alles pünktlich abgegeben.

Während des Schreibens fiel mir ein, dass ich mal einen Workshop im Kalender hatte.
Für den Inhalt wollte mir 14 Tage vorher partout keine Idee kommen.
Ich habe losgelassen.
Kreativität funktioniert unter Druck nicht.
Stattdessen dachte ich voller Vertrauen: Da wird schon noch eine Idee kommen.
Die kam auch kurz vor Feierabend, und so saß ich in der Nacht vor dem Workshop mit Flipchart und Stiften in meinem Hotelzimmer.

Seitdem weiß ich, dass ich mich darauf verlassen kann, dass meine Energie kommt, wenn ich sie brauche.
Nein sagen lernen heißt hier auch: Nein zum eigenen Zeitplan, wenn er nicht zu meiner Energie passt.

Vier Dinge, ein Muster: Ich richte mich nicht mehr nach dem, was „man“ so macht und was andere mir als „so ist es richtig“ oder „es geht nur so“ verkaufen wollen.
Ich probiere aus und richte mich nach dem, was für mich gilt.

Was steht auf deiner Not-to-do-Liste?

Du willst dranbleiben und lernen, Nein zu sagen?
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FAQ

Was steckt psychologisch hinter der Angst, Nein zu sagen?

Meist die Sorge vor Ablehnung oder Konflikt. Das Bedürfnis nach Zugehörigkeit wiegt in dem Moment oft mehr als das eigene Bedürfnis.

Wie lernt man, Nein zu sagen, ohne andere zu verletzen?

Ein klares Nein braucht keine lange Rechtfertigung. Eine kurze, freundliche Begründung reicht, der Ton entscheidet mehr als die Worte.

Warum fällt es vielen Menschen so schwer, Nein zu sagen?

Weil frühe Prägung und soziale Erwartung Harmonie oft über die eigenen Grenzen stellen. Nein sagen lernen heißt, diese Prägung bewusst zu hinterfragen.

Impulse von mir. Fü(h)r dich.

Gedanken, Fragen und Perspektiven für Führungskräfte.

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Marion Glück ist Mentorin für Selbstführung, Autorin und ehemalige Marineoffizierin. Sie begleitet Frauen in Führungsrollen bei strukturierter Selbstführung und Entwicklung von mentaler Stärke. Ihre Arbeit als systemische Coach und psychologische Beraterin basiert auf Biografiearbeit, unternehmerischem Denken und persönlicher Erfahrung. Mit LUMEA hat sie eine DSGVO-konforme KI-Begleiterin für Reflexion und innere Klarheit entwickelt.

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