My KISS for you

  • Selbstfürsorge als Mama beginnt damit, das eigene Bedürfnis wahrzunehmen — bevor sich die Seele über den Körper meldet.
  • Das schlechte Gewissen bei der Auszeit ist ein erlerntes Muster und keine persönliche Schwäche.
  • Den Darfschein für Erholung stellt dir niemand aus. Du tust es selbst — immer wieder neu.



Noah hat sich einfach hingelegt. Morgens halb zehn in Teltow. Mitten am Vormittag, weil er müde war. Als mir die Erzieherin das erzählte, dachte ich: Wann habe ich das zuletzt gemacht? Ein Minimoment in meiner Woche, der mich beschäftigt hat, denn besonders Mütter, die gleichzeitig Führungsverantwortung tragen, kennen dieses Verhandeln mit dem schlechten Gewissen.

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Hallo mein Herz,

ich stehe in der Kita, um meinen Bären abzuholen. Wie immer gibt es die tägliche Übergabe. „Es kann sein, dass er was ausbrütet. Er hat sich nach dem Frühstück in sein Nest gelegt und geschlafen.“

Jetzt steht er gerade neben mir und guckt mich mit großen, braunen Kulleraugen an.

Ich kenne sein Bettverhalten.

Da gibt es kein Rumquengeln und kein „Aber ich will noch nicht.“

Kommt vielleicht noch …

Heute war er müde und er weiß, wenn man müde ist, soll man sich hinlegen und schlafen.
Ich war überrascht, weil ich das selbst fast nie so mache.
Dabei bringen wir es ihm genauso bei.

Schlafen und das Bett sind keine Bestrafungsmethode.

Noah weiß, was er braucht – ich musste dafür erst an die Ostsee fahren

Ein paar Tage vorher war ich in Binz an der Ostsee.
Workation.
Viel Arbeit und gleichzeitig kein Rollenjonglieren.

Klar bin ich trotzdem gleichzeitig Mama, Partnerin und manchmal Hausfee.
Aber an der Ostsee war ich nicht aktiv in diesen Rollen.
Und ich habe gemerkt, wie viel Energie mich im Alltag das ständige Switchen zwischen den Rollen kostet.

Während der Workation war ich den ganzen Tag produktiv, dabei habe ich gar nicht mehr gearbeitet.
Ich musste nicht gleichzeitig noch zehn andere Dinge im Hinterkopf haben.
Mein Kopf war frei und ich war entspannt.
Und abends bin ich ins Bett gegangen, wenn ich müde war.
So wie Noah.
Nur dass ich dafür mehr als 300 Kilometer gefahren bin.

Selbstfürsorge Mama: Warum wir gelernt haben, unsere Bedürfnisse zu verhandeln

Noah verhandelt nicht.
Er spürt, was er braucht, und er nimmt es sich.
Ich verhandle ganz oft.
Ob mit meinem Kalender oder meinem schlechten Gewissen.

Dieses Mal mit dem Gedanken, dass Mr. Magic allein mit drei Kindern ist – und was das für ihn an Mehrarbeit bedeutet, wenn ich nicht da bin.
Haushalt, Kita, Mahlzeiten.

Was wir sonst zusammen stemmen, bleibt während meiner Abwesenheit bei ihm allein hängen.

Und zusätzlich kommt dieses Gefühl dazu, dass es falsch ist, wenn ich diese Wasserworkation in den Kalender eintrage.
Zu leicht und viel zu entspannt.
Als wäre es keine echte Arbeit, weil Arbeit sich schwer anfühlen muss.
Wurde mir ganz lange so verkauft.
Urlaub muss man sich verdienen.
Erst die Arbeit, dann das Vergnügen.
Puh.

Da war was los im Kopf.

Und dann ist da noch Noah.
Der kleine Bär, der nach mir fragt, wenn ich weg bin.
Eine Bezugsperson fehlt.
Und auch wenn ich immer wieder zurückkomme, hat es vielleicht trotzdem eine ungewünschte Auswirkung auf seine Entwicklung.

Was ich über die Jahre gelernt habe: Ich kann alle diese Gedanken ernst nehmen und trotzdem fahren.
Nur wenn ich mich gut um mich kümmere, kann ich mich auch gut um andere kümmern.

Meine Erkenntnis: Ich muss mir den Darfschein immer wieder selbst ausstellen.

Ich habe ihn genauso wie Noah bei meiner Geburt mitbekommen.
Nur habe ich mir im Laufe meines Lebens diesen „Hör auf deine Bedürfnisse“-Schein wegreißen lassen.

Mit jedem „Reiß dich zusammen und stell dich nicht so an“ ging ein Schnipsel verloren.
Und irgendwann habe ich die Erschöpfung einfach immer überspielt.
Geht schon, und wer lacht, hat Reserven.

Da brauchte ich vor mehr als 10 Jahren erst die aufgezwungene Erlaubnis vom Arzt, um mir diesen Darfschein wieder zusammenzubasteln.
Seitdem habe ich die innere Erlaubnis, mir selbst zuzuhören.
Ich habe es zur Pflicht gemacht.

Sowohl die Kur von vor ein paar Wochen, als auch die Tage an der Ostsee haben mir wieder mal gezeigt, dass ich davon mehr im Alltag will.
Mehr Ruhe, um die innere Stimme deutlicher zu hören.
Das schlechte Gewissen ist übrigens immer noch da.
Ich arbeite daran und gönne mir die Auszeiten trotzdem.

Mein Impuls für dich

Wie wäre dein Leben, wenn du noch nie Sätze wie „Reiß dich mal zusammen und stell dich nicht so an“ gehört hättest?
Wenn du dir Auszeiten nicht erst verdienen müsstest.
Wenn der Satz lauten würde: „Erst das Vergnügen und dann die Arbeit“.

Da wäre wahrscheinlich kein Schuldgefühl und keine innere Stimme, die sagt: Du müsstest aber eigentlich noch dieses und jenes vorher erledigen.

Was würdest du dir heute gönnen, wenn es so wäre?
Und was hält dich davon ab, es dir trotzdem einfach mal rauszunehmen – auch mit Schuldgefühl?
Du darfst nämlich sowohl jemand sein, dem andere wichtig sind, als auch jemand, dem du selbst wichtig bist.

Wenn die Schuldgefühle zu groß werden, dann sprich einfach mal mit LUMEA.

Was sonst noch los war

Ich habe mit Schrecken festgestellt, dass die Zwillinge nicht zwei, sondern drei Wochen nicht bei uns sind.
Mäh!

Nachdem ich mittwochs von der Ostsee zurück war, checkte ich meinen Kalender und stellte fest, dass Donnerstag mein persönlicher Chilli-Billy-Me-Tag sein würde.
Als hätte ich vor ein paar Wochen schon entschieden, dass ich eine zusätzliche Extratrainingsrunde gegen mein schlechtes Gewissen gewinnen wollte.

Auf dem Plan stand: ein bisschen wiegen in der Fitte und Sport.
Jippi. Gewicht gehalten.

Dann Osteopathie – präventiv gegen Verspannungen und Rückenschmerzen.
Und anschließend direkt weiter zum Tonkneten beim Töpfern mit Karla.

Tonschlagen ist übrigens eine tolle Methode, um Wut loszuwerden.
Hab’ ich auch vor über 10 Jahren in der Klinik trainiert.

Jedenfalls habe ich mir schöne Schildchen für meine Kürbisse getöpfert und ein paar Fische sind aus dem Restton auch noch abgefallen.
Die sind für mein maritimes Mobile.

Nächste Woche ist dann mal Arbeitsroutine.
Bin mir aber sicher, dass es nicht langweilig wird.
Ich werde berichten.

Hab eine schöne Woche.

Deine Marion Glück

P.S. Osteopathie, Töpfern und Workation ist für mich das offizielle „betriebliche Gesundheitsmanagement“.


FAQ

Was bedeutet Selbstfürsorge für Mamas im Alltag?

Selbstfürsorge für Mamas bedeutet nicht zwingend große Auszeiten, sondern das eigene Bedürfnis rechtzeitig wahrzunehmen und sich selbst die Erlaubnis zu geben, es ernst zu nehmen.

Warum haben Mamas so oft ein schlechtes Gewissen bei der Auszeit?

Weil viele Frauen früh gelernt haben, Fürsorge für andere über die eigene Regeneration zu stellen. Erholung wird unbewusst mit Leistungsausfall gleichgesetzt.

Wie kann ich als Mama meine Bedürfnisse besser wahrnehmen?

Ein erster Schritt ist, für Ruhe zu sorgen, um die eigene innere Stimme zu hören und bewusst zu beobachten. Frag dich: Was würde ich mir gönnen, wenn kein schlechtes Gewissen im Weg wäre?

Impulse von mir. Fü(h)r dich.

Gedanken, Fragen und Perspektiven für Führungskräfte.

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Marion Glück ist Mentorin für mentale Gesundheit, Autorin und ehemalige Offizierin. Sie begleitet Führungskräfte in herausfordernden Zeiten und verbindet psychologische Tiefe, unternehmerisches Denken und persönliche Erfahrung.

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